Betriebsvorrichtungen sind steuerlich als selbstständige bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens einzustufen, auch wenn sie zivilrechtlich wesentliche Bestandteile des Grundstücks sind.[1] Zu den Betriebsvorrichtungen gehören somit

  • Fotovoltaikanlagen,
  • Arbeitsbühnen,
  • Bedienungsbühnen,
  • Beschickungsbühnen und
  • Galerien aller Art, die ausschließlich zur Bedienung und Wartung von Maschinen, Apparaten usw. bestimmt und geeignet sind.

Zu den Betriebsvorrichtungen gehören auch

  • Lastenaufzüge in gewerblich genutzten Gebäuden,
  • Autoaufzüge in Parkhäusern,
  • Anlagen für den Transport von Rohstoffen oder Gegenständen der Fertigung, z. B. Förderbänder,
  • Kühleinrichtungen,
  • Absaugvorrichtungen, Entstaubungsanlagen und dergleichen,
  • Stahltüren,
  • Stahlkammern und
  • Stahlfächer von Tresoranlagen usw.
 
Praxis-Beispiel

Betriebsvorrichtungen: Autowerkstatt baut Arbeitsbühne ein

Herr Krause betreibt eine Autowerkstatt in einer gemieteten Halle. Im Januar 01 lässt er eine Arbeitsbühne einbauen, um die Fahrzeuge besser reparieren zu können. Für die Hebebühne zahlt er insgesamt 10.710 EUR (einschließlich 1.710 EUR Umsatzsteuer). Nach der amtlichen Abschreibungstabelle hat die Arbeitsbühne eine Nutzungsdauer von 15 Jahren, was einer Jahresabschreibung von (9.000 EUR : 15 =) 600 EUR entspricht. Herr Krause bucht den Anschaffungsvorgang wie folgt:

Buchungsvorschlag: Anschaffungsvorgang

 

Konto

SKR 03/04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03/04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0280/0470 Betriebsvorrichtungen 9.000      
1576/1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 1.710 1200/1800 Bank 10.710

Buchungsvorschlag: Abschreibung

 

Konto

SKR 03/04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03/04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
4830/6220 Abschreibungen auf Sachanlagen 600 0280/0470 Betriebsvorrichtungen 600
 
Praxis-Tipp

Für Betriebsvorrichtungen können Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung beansprucht werden

Da Betriebsvorrichtungen bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sind, kann für sie – wenn die Voraussetzungen vorliegen – vorweg ein Investitionsabzugsbetrag beansprucht und/oder eine Sonderabschreibung von 20 % geltend gemacht werden.

 
Praxis-Beispiel

Bildung eines Investitionsabzugsbetrags

Herr Schwarz (Unternehmer im Holzbau) möchte eine Fräsmaschine für sein Unternehmen anschaffen, um die Fräsarbeiten zu automatisieren und dafür seine Mitarbeiter anderweitig einsetzen zu können. Die Fräsmaschine ist für seinen Betrieb unerlässlich, weil er die nach dem Zufräsen fertigen Holzteile an Bauunternehmer aber auch Privatkunden für deren Hausbau verkauft.

Das Unternehmen des Herrn Schwarz erfüllt die Voraussetzungen des § 7g Abs. 1 EStG. Für die Lieferung und den Aufbau der Fräsmaschine liegt Herrn Schwarz bereits ein Angebot über 30.000 EUR (netto) vor.

Der Steuerberater Schlau von Herrn Schwarz bildet für die Anschaffung der Betriebsvorrichtung einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 50 %, mithin 15.000 EUR. Der Investitionsabzugsbetrag wird gewinnmindernd eingebucht.

Buchungsvorschlag: Bildung Investitionsabzugsbetrag

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
9970/9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell 15.000 9971/9971 Investitionsabzugs-betrag § 7g Abs. 1 EStG, außerbilanziell (Haben) 15.000

Sollte die Fräsmaschine nicht bis zum Ende des dritten auf das Wirtschaftsjahr des jeweiligen Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres hinzugerechnet worden sein, ist der Abzug nach § 7g Abs. 1 EStG im Jahr der Bildung rückgängig zu machen.

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