Firmen-Pkw, 0,03 %-Ansatz bei Fahrten zum Betrieb

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Pkw, Fahrten zum Betrieb
  • Entfernungspauschale
  • Ermittlung der Kosten

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und Familienheimfahrten (Haben)
Eigener Kontenplan SKR 03
  4680
IKR  
6858 SKR 04
  6690
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Unentgeltliche Wertabgaben
Eigener Kontenplan SKR 03
  1880
IKR  
3021 SKR 04
  2130
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte darf nur die Entfernungspauschale angesetzt werden. Kann der Unternehmer mithilfe eines Fahrtenbuchs nachweisen, dass er keine Privatfahrten unternommen hat, entfällt die Besteuerung der Privatnutzung insgesamt und somit auch der Ansatz der 1 %-Methode. Die Fahrten zur ersten Betriebsstätte, die der Unternehmer mit dem Firmen-Pkw unternommen hat, kann er pauschal mit 0,03 % vom Bruttolistenpreis ermitteln. Die nicht abziehbaren Kosten bucht er auf das Konto "Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und Familienheimfahrten (Haben)" 4680 (SKR 03) bzw. 6690 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Unentgeltliche Wertabgaben

an Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und Familienheimfahrten (Haben)

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Kostenermittlung bei Fahrten zum Betrieb

Herr Huber verwendet seinen Firmenwagen ausschließlich für betriebliche Fahrten, zu denen auch die Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte gehören. Die 100 %ige betriebliche Nutzung wurde durch ein Fahrtenbuch nachgewiesen. Die Entfernung zur ersten Betriebsstätte, die er an 150 Tagen im Jahr zurücklegt, beträgt 30 km. Einen privaten Nutzungsanteil braucht er nicht zu ermitteln, weil feststeht, dass er den Firmenwagen nicht für private Fahrten genutzt hat. Der Bruttolistenpreis seines Firmenwagens im Zeitpunkt der Erstzulassung hat 29.750 EUR betragen. Die Entfernungspauschale, die Herr Huber als Betriebsausgabe abziehen kann, berechnet er wie folgt:

 
Berechnung 0,03 %-Methode

pauschaler Wert lt. § 4 Abs. 5 Nr. 6 EStG:

auf volle 100 EUR abgerundeter Bruttolistenpreis

29.700 EUR × 0,03 % = 8,91 EUR × 30 km × 12 =
3.207,60 EUR

Entfernungspauschale

30 km × 0,30 EUR × 150 Tage
– 1.350,00 EUR
nicht abziehbare Aufwendungen 1.857,60 EUR

In dieser Situation bucht Herr Huber wie folgt:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1880 Unentgeltliche Wertabgaben 1.857,60 4680 Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und Familienheimfahrten (Haben) 1.857,60
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
2130 Unentgeltliche Wertabgaben 1.857,60 6690 Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte und Familienheimfahrten (Haben) 1.857,60

3 Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb, wenn der Firmenwagen nicht für Privatfahrten genutzt wird (0,03 %-Methode)

3.1 Vorteil für Einnahmen-Überschussrechner

Die Anwendung der pauschalen Methode zur Ermittlung der Fahrtkosten, die auf Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte entfallen, kann insbesondere bei Einnahmen-Überschussrechnern vorteilhaft sein. Das ist z. B. der Fall, wenn ein Selbstständiger im Dezember einen Firmenwagen least und eine hohe Leasing-Sonderzahlung leistet. Einnahmen-Überschuss-Rechner können ihre Leasing-Sonderzahlung im Zeitpunkt der Zahlung zu 100 % als Betriebsausgaben abziehen, wenn sie für Privatfahrten einen anderen Pkw nutzen.

3.2 Keine private Nutzung: Nachweis nur durch Fahrtenbuch

Dass ein Unternehmer keine Privatfahrten unternommen hat, kann er nur mithilfe eines Fahrtenbuchs nachweisen. Liegt eine 100 %ige betriebliche Nutzung vor, stellt sich die Frage, ob der Unternehmer für die Fahrten zum Betrieb, die er mit dem geleasten Firmenwagen zurückgelegt hat, die pauschale 0,03 %-Methode anwenden kann oder ob die tatsächlichen Kosten zugrunde gelegt werden müssen.

3.3 Ohne private Nutzung keine Besteuerung

Für den unternehmerischen Bereich gibt es hierzu noch keine Rechtsprechung, wohl aber für den Bereich der Pkw-Überlassung an einen Arbeitnehmer. Nach den BFH-Urteilen vom 6.10.2011[1] setzt die Anwendung der 1 %-Regelung voraus, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer tatsächlich einen Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen bzw. der Unternehmer selbst das Fahrzeug für Privatfahrten verwendet hat. Wenn ein Firmen-Pkw aber nachweislich nicht privat genutzt worden ist, kann dafür auch keine Privatnutzung erfasst werden.

Wenn für die Privatnutzung die 1 %-Methode angewendet wird, müssen die nicht abziehbaren Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb ebenfalls pauschal (mit der 0,03 %-Methode) ermittelt werden. Ohne Privatfahrten stellt sich die Frage, ob die nicht abziehbaren Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb

  • nach den tatsächlichen Kosten berechnet werden müssen oder
  • mithilfe der 0,03 %-Methode ermittelt werden dürfen.

Der BFH hat in den vorgenannten Urteilen klargestellt, dass die Nutzung eines Fahrzeugs für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte keinen Steuertatbestand begrü...

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