Dienstwagen, 1-%-Regelung

Zusammenfassung

 

Begriff

Bekommt ein Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ein betriebliches Kraftfahrzeug zur Verfügung gestellt, spricht man von einem Dienst- oder Firmenwagen. Ein Dienstwagen darf häufig nicht nur dienstlich genutzt werden, sondern auch für private Fahrten. Die unentgeltliche Nutzung eines Dienstwagens zu privaten Zwecken führt beim Arbeitnehmer zu einem geldwerten Vorteil und damit zu steuer- und beitragspflichtigem Arbeitsentgelt.

Lohnsteuerlich kann die Privatnutzung nach der 1-%-Regelung oder nach der Fahrtenbuchmethode bewertet werden. In der Praxis wird häufig die 1-%-Regelung bevorzugt, weil dieses Berechnungsverfahren einfacher ist.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die 1-%-Regelung ist in § 8 Abs. 2 Sätze 2, 3 EStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG geregelt, die Fahrtenbuchmethode in § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG. Die Finanzverwaltung hat in R 8.1 Abs. 9 LStR zur Überlassung von Dienstwagen an Arbeitnehmer ausführlich Stellung genommen. Die mögliche tageweise Berechnung des geldwerten Vorteils für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (0,02-%-Regelung) ergibt sich aus dem BMF-Schreiben v. 1.4.2011, IV C 5 - S 2334/08/10010, BStBl 2011 I S. 301; zur Anrechnung von Nutzungsentgelten s. BMF-Schreiben v. 19.4.2013, IV C 5 - S 2334/11/10004, BStBl 2013 I S. 513 und BMF, Schreiben v. 21.9.2017, IV C 5 - S 2334/11/10004 - 02, BStBl 2017 I S. 1336. Die Besonderheiten, die es für die Nutzung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen als Dienstwagen zu beachten gilt, sind zusammengefasst im BMF-Schreiben 5.6.2014, IV C 6 – S 2177/13/10002, BStBl 2014 I S. 835 und im BMF-Schreiben v. 14.12.2016, IV C 5 - S 2334/14/10002-03, BStBl 2016 I S. 1446.

Sozialversicherung: § 14 Abs. 1 Satz 1 SGB IV definiert das beitragspflichtige Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung. In § 1 Abs. 1 Satz 1 SvEV ist geregelt, unter welchen Bedingungen bestimmte Entgeltbestandteile kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt darstellen. Die Überlassung eines Firmenwagens stellt einen sonstigen Sachbezug dar, der nach § 3 SvEV zu beurteilen ist.

 

Kurzübersicht

 
Entgelt LSt SV
Geldwerter Vorteil bei Überlassung zu Privatfahrten pflichtig pflichtig
 

Praxis-Beispiele

  • Kfz mit Sonderausstattung
  • Kfz mit nachträglich eingebauter Sonderausstattung
  • Pauschalierung (15 Fahrten pro Monat)
  • Pauschalierung (weniger als 15 Fahrten pro Monat)
  • Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte: Dienstwagen (mit Pauschalierung)
  • Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte: Dienstwagen (ohne Pauschalierung)

Lohnsteuer

1 Nutzungswert nach der 1-%-Regelung

1.1 Definition des Bruttolistenpreises

Die private Nutzung des Dienstwagens ist monatlich mit 1 % des inländischen Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung anzusetzen. Diese Berechnungsgrundlage gilt sowohl für Neu-, Gebraucht- und Leasingfahrzeuge als auch für reimportierte Fahrzeuge. Existiert für das importierte Firmenfahrzeug kein inländischer Bruttolistenpreis, ist die Bemessungsgrundlage für die 1-%-Regelung zu schätzen.[1] Die tatsächlichen Anschaffungskosten spielen keine Rolle.[2]

Die 1 % des Bruttolistenpreises sind auch dann anzusetzen, wenn dem Arbeitnehmer für Privatfahrten ein eigener Wagen zur Verfügung steht. Ebenso führt die Beschriftung des Dienstwagens, etwa mit dem Firmenlogo, zu keiner Minderung des lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohns für die Privatnutzung.

Bruttolistenpreis auch bei Leasingfahrzeugen

Die 1-%-Regelung mit dem Ansatz des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage für die Vorteilsgewährung gilt auch für Fahrzeuge, die nicht im Eigentum der Firma stehen, sondern vom Arbeitgeber geleast werden.[3] Entscheidend ist, dass der Arbeitgeber die Kfz-Kosten inkl. der Leasingraten wirtschaftlich trägt und im Innenverhältnis allein über die Nutzung des Firmenfahrzeugs bestimmt. Für den umgekehrten Sachverhalt, dass Nutzen und Lasten des Leasingvertrags in vollem Umfang auf den Arbeitnehmer übergehen, sodass der Arbeitnehmer im wirtschaftlichen Ergebnis zum Leasingnehmer wird, ist der Dienstwagen dem Arbeitnehmer zuzurechnen.

Der BFH hat für die Fälle des Behördenleasings entschieden, dass keine Firmenwagenüberlassung vorliegt. Bei diesen Verträgen übernimmt der Arbeitnehmer im Innenverhältnis gegenüber seinem Arbeitgeber die wesentlichen Rechte und Pflichten des Leasingnehmers.[4]

Sonderausstattung ist zusätzlich zu berücksichtigen

Nicht zum Bruttolistenpreis zählen

  • die Kfz-Zulassungsgebühren,
  • die Überführungskosten für das Fahrzeug und
  • der Wert des Autotelefons.

Hingegen erhöhen Aufwendungen für Sonderausstattungen die Ausgangsgröße. Für etwaige Sonderausstattungen, die sich im inländischen Bruttolistenpreis nicht niederschlagen, ist eine Zuschätzung vorzunehmen. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick, welche Zusatzausstattungen beim Dienstwagen den maßgebenden Bruttolistenpreis bei der 1-%-Regelung erhöhen.

 
Sonderausstattung Einzubeziehen
Autoradio ja
Autotelefon nein
Diebstahlsicherung ja
Freisprecheinrichtung nein
Klimaanlage ja
Navigationsgerät ja
Standheizung ja
Zusätzlicher Satz Reifen inkl. Felgen nein

Entspreche...

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