Bilanzrichtlinien-Umsetzung... / 5.3.3 Anhang

Anhang: An die Berichterstattung größerer Unternehmen sowie an die Angaben im Anhang werden neue Anforderungen gestellt. Nach dem BilRUG ergeben sich daraus folgende neue Regeln:

  • Der Anhang ist in der Reihenfolge der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zu gliedern.
  • Die Angaben zur Währungsumrechnung entfallen.
  • Anlagespiegel: Zusätzlich zu den bisherigen Angaben sind Änderungen bei den Abschreibungen im Zusammenhang mit Zu- und Abgängen sowie Umbuchungen anzugeben.
  • Die Einbeziehung von Zinsen für Fremdkapital in die Herstellungskosten des Geschäftsjahrs sind für jeden Posten des Anlagevermögens zu beziffern.
  • Risiken und Vorteile von Geschäften, die nicht in der Bilanz enthalten sind, sind mit ihren Auswirkungen auf die Finanzlage anzugeben, soweit die Risiken und Vorteile wesentlich sind und die Offenlegung für die Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens erforderlich ist.
  • Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind, ist anzugeben, sofern diese Angabe für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung ist. Dabei sind Verpflichtungen zur Altersversorgung und Verpflichtungen gegenüber verbundenen oder assoziierten Unternehmen gesondert auszuweisen.
  • Die Umsatzerlöse sind aufzugliedern nach Tätigkeitsbereichen, nach geografischen Märkten, soweit sich unter Berücksichtigung der Organisation des Verkaufs, der Vermietung oder Verpachtung von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen der Kapitalgesellschaft die Tätigkeitsbereiche und geografisch bestimmten Märkte untereinander erheblich unterscheiden.
  • Zu den Steuern auf außerordentliche Ergebnisse sind keine Angaben zu machen.
  • Bei den gewährten Vorschüssen und Krediten sind zukünftig auch die erlassenen Beträge einzubeziehen.
  • Hält eine Kapitalgesellschaft oder eine für Rechnung der Kapitalgesellschaft handelnde Person Anteile an einem anderen Unternehmen, müssen Name und Sitz des anderen Unternehmens, die Höhe des Anteils am Kapital, das Eigenkapital und das Ergebnis des letzten Geschäftsjahrs, für das ein Jahresabschluss vorliegt, ausgewiesen werden. Die Anteile müssen dazu bestimmt sein, dem Geschäftsbetrieb der Kapitalgesellschaft durch Herstellung einer dauernden Verbindung zu dem Unternehmen zu dienen. Das wird unterstellt, wenn die Kapitalgesellschaft mindestens den 5. Teil der Anteile besitzt, was in entsprechender Anwendung von § 16 Abs. 2 und 4 des Aktiengesetzes zu berechnen ist.
  • Bei börsennotierten Kapitalgesellschaften sind alle Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften anzugeben, die 5 % der Stimmrechte überschreiten.
  • Die Abschreibungsdauer eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts ist zu erläutern; i. d. R. ist von einer Nutzungsdauer von 10 Jahren statt bisher 5 Jahren auszugehen.
  • Name und Sitz des Mutterunternehmens einer Kapitalgesellschaft sind anzugeben, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, sowie der Ort, wo der von diesem Mutterunternehmen aufgestellte Konzernabschluss erhältlich ist.
  • Anzugeben sind Name und Sitz des Mutterunternehmens der Kapitalgesellschaft, das den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, sowie der Ort, wo der von diesem Mutterunternehmen aufgestellte Konzernabschluss erhältlich ist.
  • Genussscheine, Genussrechte, Wandelschuldverschreibungen, Optionsscheine, Optionen, Besserungsscheine oder vergleichbare Wertpapiere oder Rechte sind unter Angabe der Zahl und der Rechte, die sie verbriefen, anzugeben.
  • Der Ausweis latenter Steuern ist zu erläutern. Zusätzlich zu den bisherigen Angaben sind die latenten Steuersalden am Ende des Geschäftsjahrs und die in der Bilanz im Laufe des Geschäftsjahrs erfolgten Änderung dieser Salden auszuweisen, wenn passive latente Steuern in der Bilanz angesetzt sind.
  • Höhe und Art von außergewöhnlichen Erträgen und außergewöhnlichen Aufwendungen sind anzugeben und zu erläutern, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.
  • Die einzelnen Aufwands- und Ertragsposten sind zu erläutern hinsichtlich ihres Betrags und ihrer Art, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind, soweit die Beträge nicht von untergeordneter Bedeutung sind.
  • Als Verlagerung aus dem Lagebericht ist einzugehen auf Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten sind, unter Angabe der Auswirkungen auf die Finanzlage.
  • Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses oder des Beschlusses über seine Verwendung ist anzugeben.
  • Angabe über den Verzicht der Aufgliederung der Umsatzerlöse.

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