Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 5.6.2.6 Folgekonsolidierung
 

Rz. 511

Da der KA durch die Kons jedes Jahr neu entsteht und es i. d. R. keinen in sich geschlossenen Buchungskreislauf gibt, ist in den Folgejahren immer die ErstKons mit exakt den selben Werten zu wiederholen. So ist stets die zum Erwerbszeitpunkt erfolgte Neubewertung, die Aufrechnung von Beteiligungsbuchwert und anteiligem EK, die Zuordnung des Unterschiedsbetrags und der Ausweis der Minderheitsanteilseigener vorzunehmen. In den Folgejahren werden die entstandenen Unterschiede dann unter Berücksichtigung von Abschreibungen fortgeschrieben. Für die im Rahmen der Neubewertung aufgedeckten stillen Reserven und stillen Lasten gilt, dass sie das Schicksal der Position teilen, der sie zugeordnet wurden. So sind etwa in der Neubewertungsbilanz vorgenommene Werterhöhungen bei Grundstücken nicht planmäßig zu reduzieren, während Werterhöhungen bei Maschinen über die verbleibende Restnutzungsdauer der Maschine erfolgswirksam mit dem Konzernjahresergebnis verrechnet werden. Höher angesetzte RST sind dann aufzulösen, wenn der Grund für die Bildung entfallen ist. Darüber hinaus ist auch ein GoF gem. den handelsrechtlichen Vorschriften fortzuschreiben und die Realisation des passivischen Unterschiedsbetrages zu überwachen. Aus diesen Anforderungen resultiert die Notwendigkeit einer Konzernbilanzierung als "Nebenbuchhaltung", die zusätzlich zu den Abschlüssen der einzubeziehenden Unt für die Kons hinzuzuziehen ist, um auch in den Folgejahren einen rechtsnormgem.en KA erstellen zu können.

 

Rz. 512

Aus dem Problem der prospektiven Umstellung auf die Neubewertungsmethode resultiert die Notwendigkeit, ggf. parallel die FolgeKons der Buchwert- und der Neubewertungsmethode durchführen zu müssen. Konkret sind im Falle von FolgeKons bei nach der Buchwertmethode abgebildeten Erwerben die bei der ErstKons aufgedeckten stillen Reserven bzw. Lasten jeweils abzubauen, indem etwa Abschreibungen mit der gleichen Laufzeit wie die zugrunde liegenden VG vorgenommen werden. Diese Abschreibungen sind bei der Buchwertmethode nur auf das Jahresergebnis der Anteile des MU zuzurechnen, da der Anteil der stillen Reserven bzw. Lasten der anderen Gesellschafter nicht aufgedeckt wurden (Art. 66 EGHGB Rz 18). Bei der Neubewertungsmethode müssen die aufgedeckten stillen Reserven bzw. Lasten auch reduziert werden, doch ist hier eine Aufteilung vorzunehmen, da auch der den anderen Gesellschafter zuzurechnende Teil aufgelöst wurde. Da der Gesetzgeber kein Wahlrecht für die Anpassung der alten Erwerbsvorgänge vorgesehen hat, kommt es hier somit so lange zu einer parallelen Behandlung der verschiedenen KapKons­Arten, bis die bei der ErstKons aufgedeckten stillen Reserven bzw. Lasten komplett erfolgsrechnerisch erfasst, d. h. abgebaut, sind (§ 301 HGB Rz 152 ff.).

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