Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 5.6.2.3 Methodik
 

Rz. 504

Zur VollKons des Kapitals ist im HGB nur noch die Erwerbsmethode vorgesehen (§ 301 HGB Rz 4). Dieser liegt gem. § 301 HGB die Annahme zugrunde, dass ein MU beim Erwerb einer Beteiligung nicht nur Anteile am Kapital, sondern auch die VG und Schulden des betreffenden Unt erworben hat. Bei der Erwerbsmethode nach § 301 Abs. 1 HGB ist als Vorgehensweise die Neubewertungsmethode anzuwenden, die auch bereits der DRS 4 verlangt. Demnach sind alle erworbenen VG, Schulden, RAP und Sonderposten mit dem beizulegenden Zeitwert vollständig neu zu bewerten. Für RST sowie latente Steuern gelten die einzelgesellschaftlichen Regeln, d. h. sie sind explizit von der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ausgenommen (§ 301 Abs. 1 Satz 3 HGB). Vorteil der Neubewertungsmethode ist, dass die stillen Reserven unabhängig von der Beteiligungsquote vollständig aufgedeckt werden, wobei die AK-Restriktion nicht mehr zu beachten ist (§ 301 HGB Rz 116). Zu den Folgen der parallelen Anwendung der Buchwertmethode aus Erwerbsvorgängen, die vor dem Gj 2010 stattfanden s. Art. 66 EGHGB Rz. 14.

 

Rz. 505

Die zentralen Schritte bei der KapKons sind die Neubewertung der Tochter, die Bildung der Summenbilanz aus den vereinheitlichten Einzelbilanzen der zu konsolidierenden Unt und die Aufrechnung der Beteiligungsbuchwerte aus der Bilanz des MU mit den anteiligen, dem MU zuzurechnenden neubewerteten Eigenkapitalbeträgen der TU.

 

Rz. 506

Neben dieser deckungsgleichen Verrechnung von Beteiligungsbuchwerten und EK können sich in der Praxis Variationen bei der KapKons ergeben, weil der Beteiligungsbuchwert i. d. R. nicht genau dem anteiligen EK entspricht, sodass Unterschiedsbeträge entstehen und bei der Kons nicht immer das gesamte EK des TU extrahiert wird, was zu einem Restbetrag führen kann.

Da die Umstellung auch in diesem Bereich prospektiv erfolgt, kommt es zu einem Nebeneinander von Buchwertmethode und Neubewertungsmethode. Besonders schön hat dies die Kirchhoff Holding GmbH & Co. KG beschrieben:

 

Praxis-Beispiel

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung nach den §§ 300, 301 HGB wird bei Erwerbsvorgängen vor dem 1.1.2010 nach der Buchwertmethode gem. § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB in der bis zum 28.5.2009 geltenden Fassung durchgeführt. Hierbei werden die Wertansätze der Beteiligungen an den einbezogenen Unternehmen mit dem darauf entfallenden Anteil am buchmäßigen Eigenkapital der Gesellschaft verrechnet. Die Konsolidierung erfolgt auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung des Tochterunternehmens in den KA.

Bei Erwerbsvorgängen ab dem 1.1.2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs. 1 HGB.

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