Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 5.5.5 Vereinheitlichung des Ausweises
 

Rz. 495

Neben der Vereinheitlichung des Ansatzes und der Bewertung ist vor allem im Hinblick auf den Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit eine Einheitlichkeit des Ausweises notwendig. Grundlage sind die für große KapG in den §§ 265, 266 und 275 HGB geregelten allgemeinen Grundsätze für die Gliederung der Bilanz bzw. GuV, die gem. § 298 Abs. 1 HGB auch für den Konzern Gültigkeit haben. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass sich aufgrund der Eigenart des KA die Notwendigkeit von Abweichungen ergeben kann. Besonders deutlich wird das im Zusammenhang mit konzernspezifischen Posten (wie z. B. dem Unterschiedsbetrag aus der KapKons, den Anteilen anderer Gesellschafter oder auch den Erträgen aus Beteiligungen an assoziierten Unt). Zu bedenken ist außerdem, dass sich der Inhalt einzelner Positionen trotz gleichartiger Benennung wesentlich unterscheidet. So ist z. B. bei der im EA und KA genannten Position "Geschäfts- oder Firmenwert" eine differenzierte bilanzanalytische Betrachtung schwierig, weil für einen außenstehenden Dritten keine Unterscheidung danach möglich ist, welche Bestandteile des GoF bspw. aus der KapKons von TU, welche aus der KapKons von GemeinschaftsUnt und welche aus Asset Deals in EA stammen.

 

Rz. 496

Neben konzerninternen Richtlinien zur Festschreibung von Gliederungs- und Ausweiswahlrechten stellt ein für alle KonzernGes. verbindlich vorgeschriebener, einheitlicher Kontenplan ein wesentliches Hilfsmittel zur Vereinheitlichung des Rechnungswesens und damit zur Erleichterung des einheitlichen Ausweises dar. So ist z. B. hinsichtlich des Wahlrechtes zwischen Gesamt- und Umsatzkostenverfahren, das im KA unabhängig vom EA des MU und der TU neu ausgeübt werden kann, zu empfehlen, dass das für den KA gewählte Verfahren auch für die einzubeziehenden Unt verbindlich vorgeschrieben wird. Das schließt jedoch keineswegs aus, dass aus Konzernsicht bei einzelnen Positionen (z. B. im Hinblick auf unterschiedliche Ergebnisschichten) unterschiedliche Zuordnungen im EA und KA notwendig sind oder auch aus konzernbilanzpolitischen Gründen vorgenommen werden. Zudem kann die Kons von Unt, für die durch eine Formblattverordnung spezielle Gliederungen und Positionen vorgeschrieben sind, zu einer Anpassung bzw. Erweiterung der Konzerngliederung führen. Das gilt explizit gem. § 300 Abs. 2 Satz 3 HGB für Kreditinstitute und Versicherungen, die auch dann Ansätze und Ausweise aufgrund bestimmter Sondervorschriften beibehalten können, wenn das den KA erstellende MU nicht dem Geltungsbereich der Sondervorschriften unterliegt. Die Stadtwerke Augsburg Holding GmbH macht beispielhafte Angaben in diesem Bereich.

 

Praxis-Beispiel

Allgemeine Angaben zum KA und zum KA-Stichtag

Der KA der Stadtwerke Augsburg Holding GmbH zum 31.12.2010 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Umstellung erfolgte zum 1.1.2010. Durch die Anwendung der Vorschriften des BilMoG ändern sich die bisherige Form der Darstellung und die bisher angewandten Bewertungsmethoden.

Die Vorjahreszahlen gem. § 265 Abs. 2 Satz 1 HGB wurden entsprechend Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB wie allgemein üblich nicht an die geänderten Bewertungsmethoden angepasst, so dass ein Vergleich mit dem Vorjahr nur eingeschränkt möglich ist.

Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Stichtag der Jahresabschlüsse der in den KA einbezogenen Unternehmen ist der 31.12.2010, der damit dem Abschlussstichtag des Mutterunternehmens entspricht.

Die vom Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) entwickelten Empfehlungen zur Anwendung der Grundsätze ordnungsmäßiger Konzernrechnungslegung wurden, soweit sie handelsrechtliche Wahlrechte einschränken und/oder über das Handelsgesetzbuch hinausgehende Anforderungen enthalten, bei der Aufstellung des KAes nicht berücksichtigt.

In der Praxis gestaltete sich in diesem Zusammenhang die Anpassung der Konzernrichtlinien an die geänderten Gliederungsvorschriften der §§ 266 und 275 HGB durch das BilMoG am aufwendigsten.

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