Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 4.4.6 Nicht bzw. zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente – § 285 Nr. 19 und 20 HGB
 

Rz. 412

Mit den in § 285 Nr. 19 HGB (bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 11 HGB im KA) geforderten Angaben zu Art und Umfang derivativer Finanzinstrumente und – sofern verlässlich ermittelbar – beizulegendem Zeitwert einschließlich der angewandten Bewertungsmethode sowie ggf. vorhandenem Buchwert und zugeordnetem Bilanzposten ist über schwebende Geschäfte auch in Form von nicht realisierten Gewinnen zu informieren. Eine Definition von derivativen Finanzinstrumenten liefert der Gesetzgeber nicht, da der Bereich der Finanzinstrumente in der Praxis im Hinblick auf die zahlreichen Innovationen auf diesem Gebiet permanent dem Wandel unterworfen ist. Dennoch gelten nach der Gesetzesbegründung als derivative Finanzinstrumente i. S. d. Gesetzes auch weiterhin Verträge über den Erwerb oder die Veräußerung von Waren, bei denen jede der Vertragsparteien zur Abgeltung in bar oder durch ein anderes Finanzinstrument berechtigt ist, es sei denn, der Vertrag wurde geschlossen, um einen für den Erwerb, die Veräußerung oder den eigenen Gebrauch erwarteten Bedarf abzusichern, sofern diese Zweckwidmung von Anfang an bestand und nach wie vor besteht und der Vertrag mit der Lieferung der Ware als erfüllt gilt.

 

Rz. 413

Für jede Kategorie von derivativen Finanzinstrumenten ist zum einen eine Offenlegung von Art und Umfang der Finanzinstrumente und zum anderen die Angabe des beizulegenden Zeitwertes einschließlich angewandter Bewertungsmethode sowie ggf. vorhandenem Buchwert und zugeordnetem Bilanzposten gefordert. Hier kommt es aber zu einer Konkurrenz zu den Angaben zu den Bewertungseinheiten (Rz 422 ff.). Da bei den hier untersuchten Unt keine KI oder Versicherungen und Finanzdienstleister dabei waren und die untersuchten Unt derivative Finanzinstrumente nur im Zusammenhang mit Absicherungsmaßnahmen nutzen, finden sich in den untersuchten Abschlüssen nur bei einem Unt, das explizit Bewertungseinheiten nicht abschließt, Angaben hierzu (Rz 319). Es ist zu vermuten, dass die Angaben lediglich aufgrund der Methodenänderung so umfangreich ausgefallen sind. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes siehe Rz 114 ff.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt ProFirma Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich ProFirma Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.