07.11.2012 | Weihnachtsgeschäft

Schöne Bescherung für den Handel

Das Weihnachtsgeschäft lässt sich gut an.
Bild: Haufe Online Redaktion

Weihnachten wird nicht gespart. Vor allen der Fachhandel und der Online-Handel werden zu den Gewinnern des Weihnachtsgeschäftes gehören. Neben Geld und Geschenkpaketen zählen auch andere Dinge.

Kauffreudige Verbraucher und kaufkräftige Touristen: Der deutsche Einzelhandel kann auf laut klingelnde Kassen im Weihnachtsgeschäft hoffen. Die Deutschen wollen beim Geschenkkauf einer Studie zufolge insgesamt mehr Geld ausgeben. Bücher, Kleidung und Spielwaren gehören neben Gutscheinen und Geld zu den Favoriten. Mit den Weihnachtsmärkten und weihnachtlich dekorierten Innenstädten werden zudem viele Shopping-Touristen in den Großstädten für Umsatz sorgen. Allerdings sind nicht alle Wünsche im Laden zu kaufen.

Im Schnitt 230 Euro für Weihnachtsgeschenke 

"Die Beschäftigung liegt auf einem Rekordniveau, und die Krise in Südeuropa ist für die meisten Menschen weit weg", erläutert Thomas Harms, Handelsexperte von Ernst & Young. Auch die konjunkturelle Schwäche in Deutschland sei für die meisten noch kaum spürbar. Laut eine Studie der Beratungsgesellschaft wollen die Verbraucher in Deutschland 2012 im Schnitt 230 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind 17 Euro mehr als im Vorjahr. Damit ist der Rückgang von 2010 auf 2011 fast wieder ausgeglichen.

Zukunftsängste angesichts Konjunkturentwicklung 

Gegen den allgemeinen Stimmungstrend wollen Verbraucher im Alter zwischen 36 und 45 Jahren ihre Weihnachtsausgaben im Schnitt um 11 auf 232 Euro kürzen. "Diese Generation schlägt besonders früh auf eine drohende Konjunkturkrise an", meint Harms. Viele Personen in dieser Altersgruppe hätten eine Familie gegründet, eine Immobilie gekauft und beruflich noch einiges vor. Zukunftsängste angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung oder Sparprogrammen der Unternehmen griffen in dieser Altersgruppe möglicherweise besonders früh um sich.

Weiter aufwärts im Online-Handel 

Von den Weihnachtsausgaben dürfte der Fachhandel diesmal besonders profitieren. "Die Konsumenten schätzen fachkundige Beratung und eine gute Auswahl, die sie vor Ort intensiv begutachten und testen können"", erläutert Harms. In die Fachmärkte und Fachgeschäfte fließe im Schnitt mit 118 Euro gut die Hälfte des Weihnachtsbudgets. Das wären 18 Euro mehr als im Vorjahr. Kaufhäuser und Einkaufszentren insgesamt müssen laut dieser Studie mit einem leichten Rückgang von 50 auf 46 Euro rechnen. Beim Online-Handel hingegen geht es laut der Beratungsgesellschaft vor allem dank junger Kundschaft von 40 auf 44 Euro weiter aufwärts.

Auch Tourismus kommt in Schwung 

Auch das Geschäft mit Touristen kommt kräftig in Schwung. Im November beginnen verkaufsstarke Monate mit Käufern aus Russland, wie vor wenigen Wochen Global Blue mitteilte. Das Unternehmen wertet die Ausgaben von Reisenden aus, die sich die Mehrwertsteuer erstatten lassen. Von Januar bis September 2012 ließen russische Touristen bereits 251 Millionen Euro in den Geschäften, ein Plus von 46 Prozent. Spitzenreiter beim Shopping-Tourismus in Deutschland seien Chinesen vor Russen und Reisenden aus den arabischen Ländern. Viele reisten gezielt zum Einkaufen, das mehr als nur eine Nebensache sei.

Auto, Bücher, Geld 

Eine Herausforderung könnte für den Handel sein, dass sich der Geschenkkauf näher an die Festtage schiebt. Im Dezember wollen 56 Prozent der 2.000 für Ernst & Young Befragten den größten Teil der Weihnachtsgeschenke kaufen. Vor einem Jahr waren es nur 52 Prozent. Damals hatten mehr Verbraucher Geschenke im November kaufen wollen. Der größte Weihnachtswunsch der Deutschen vor Büchern, Auto und Geld bleibt Gesundheit, wie eine Umfrage der Warenhauskette Kaufhof unter mehr als 1.000 Verbrauchern ergab. Auch Glück und Frieden gehören dieser Umfrage zufolge zu den wichtigsten Wünschen für Weihnachten 2012.

 

Schlagworte zum Thema:  Weihnachtsgeschäft, Einzelhandel, E-Commerce, Verbraucher, Geschenk

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