75 Prozent der deutschen Unternehmen setzen Social Media und insbesondere Facebook ein für die interne oder die externe Kommunikation. Bild: Fotolia LLC.

Schnell mal ein Selfie mit dem neuesten Shopping-Erfolg posten oder ein originelles Werbevideo teilen - so helfen Kunden mit beim Marketing. Unternehmen fördern das nach Kräften. Doch sie gehen damit auch ein Risiko ein.

Mit Schokoladen-Hamsterkäufen gibt normalerweise niemand an. Wie kommt es dann, dass auf der Foto-Plattform Instagram plötzlich unzählige Bilder mit wahren Bergen von pinken Tafeln auftauchen - und Selfies, auf denen sich Menschen stolz Schokolade vors Gesicht halten? Dahinter steckt ein Marketing-Coup des Schokoladen-Produzenten Ritter Sport. Er steht stellvertretend für eine neue Werbestrategie, bei der Kunden auf sozialen Netzwerken zu Markenbotschaftern gemacht werden. Bei Ritter funktionierte das so: Zuerst kündigte das Unternehmen auf Facebook ein großes Geheimnis an, brachte dann die neue Sorte "Einhorn" in kleiner Auflage heraus, druckte einen Hashtag und viel Glitter auf die Packung. Dann konnte man sich schon zurücklehnen.

Internetaffine Verbraucher als Werbehelfer

Otto-Normal-Verbraucher stemmte fortan einen Löwenanteil des Marketings: auf Facebook, Twitter und Instagram. "Ich hab' sie!", schreibt ein User auf Twitter. Ein anderer postet: "Ich dreh' durch! Ich will - brauche - diese Schoki." Nachdem die "Einhorn"-Sorte innerhalb von 48 Stunden ausverkauft war, produziert das Unternehmen aus Waldenbuch bei Stuttgart nun eine neue Fuhre nach. Nicht nur Ritter Sport versucht, die Online-Gemeinde ins Marketing mit einzubeziehen. Immer mehr Unternehmen entdecken internetaffine Verbraucher als Werbehelfer für sich - aus guten Gründen.

Virale Hits können viel Geld kosten

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Und wenn User Werbung teilten, wirke sie gleich viel glaubwürdiger. "75 Prozent der deutschen Unternehmen setzen Social Media und insbesondere Facebook ein für die interne oder die externe Kommunikation", berichtet Fassnacht. Tendenz steigend. Aber nur selten gelängen Kampagnen, die wirklich massenhaft geteilt würden. Und diese zu produzieren, koste viel Geld. Als Beispiel nennt Fassnacht einen Clip der Supermarktkette Edeka, in dem ein alter Mann seinen eigenen Tod vortäuscht, um zu Weihnachten seine Familie um einen Tisch versammelt zu bekommen. Fast 50 Millionen Mal wurde er auf Youtube angeschaut.

Schlagworte zum Thema:  Virales Marketing, Social Media Marketing, Social Media

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