30.07.2012 | GfK-Konsumklima-Studie

Verbraucherstimmung trotz Euro-Turbulenzen ungetrübt

Noch hat sich das Konsumklima nicht eingetrübt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten lassen inzwischen auch viele Verbraucher nicht mehr kalt. Ihre Kauflust hat das bislang allerdings nicht gebremst.

Die deutschen Verbraucher lassen sich trotz der Euro-Turbulenzen die Kauflaune nicht verderben. Viele Menschen rechneten in Zukunft zwar mit etwas geringeren Einkommen, seien aber weiterhin zu größeren Anschaffungen bereit, teilte das Marktforschungsunternehmens GfK in Nürnberg mit. Allerdings seien viele Bundesbürger in Bezug auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung nicht mehr so optimistisch wie im Vorjahr, geht aus der GfK-Konsumklimastudie hervor. Der Konsumklimaindex stieg für August um 0,1 Punkte auf 5,9.

Wachsendes Misstrauen 

"Die Verbraucher befürchten zusehend, dass nun auch die deutsche Wirtschaft in den Krisenstrudel gezogen wird", kommentierte die GfK das wachsende Misstrauen in die Wirtschaft. Erstmals seit Dezember letzten Jahres sank die Konjunkturerwartung nach Angaben der Marktforscher unter den langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Allerdings fiel der Vertrauensverlust nicht mehr so stark aus wie noch im Juni.

Verbraucher setzen auf Immobilien oder Möbel 

Was größere Anschaffungen angeht, sind die Bürger wesentlich zuversichtlicher. Grund dafür seien zum Beispiel die sinkende Arbeitslosigkeit und höhere Einkommen nach den jüngsten Tarifabschlüssen, berichtete die GfK. Im Zuge der Finanzkrise setzten die Verbraucher eher auf Immobilien oder Möbel als auf Geldanlagen. Für ihren monatlichen Bericht befragt die GfK im Auftrag der EU-Kommission rund 2000 Menschen.

Euro-Hängepartie drückt Konsumklima 

Ein Risikofaktor für das Konsumklima stellt nach Ansicht des Gfk-Marktforschers Rolf Bürkl die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dar. Eine vorübergehende Flaute würde über kurz oder lang auch auf die Verbraucherstimmung durchschlagen. "Sollten sich Unternehmen dazu entscheiden, künftig wieder mehr Menschen zu entlassen als einzustellen, würde sich das ungünstig auf das Konsumklima auswirken", sagte Bürkl der Nachrichtenagentur dpa. Sorgen bereitet dem Marktforschern die Euroschulden-Krise. Die Menschen spürten, dass die Konjunkturrisiken wachsen, die "Einschläge immer näher kommen" und die Risiken nicht ohne Wirkung für Deutschland blieben. "Auch die derzeitige Hängepartie in der Eurokrise trägt nicht dazu bei, das Konsumklima auf einem hohen Stand zu halten", warnte Bürkl.

 

Schlagworte zum Thema:  Konsumverhalten, Finanzkrise, Eurokrise, Marktforschung, GfK-Studie

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