16.12.2013 | Urteil

Verkäufer darf Online-Auktion abbrechen

Online-Auktionen könne wegen Fehlern abgebrochen werden.
Bild: ebay

Wer nach einer falschen Dateneingabe eine Online-Auktion abbricht, muss kein lächerlich geringes Höchstgebot akzeptieren. Das hat jetzt das Oberlandesgericht Hamm geurteilt.

Ein junger Mann hatte ein Auto angeboten, aber keinen Mindestpreis eingegeben. Wenige Minuten später brach er die Auktion ab, was die Bedingungen des Online-Auktionshauses Ebay im Falle eines Fehlers auch erlauben. Das Höchstgebot lag zu dem Zeitpunkt bei 7,10 Euro. Der Bieter pochte vor Gericht darauf, dass ein gültiger Kaufvertrag vorliege. Das wiesen die Richter in Hamm ebenso zurück wie zuvor das Landgericht Paderborn. (Az.: 2 U 94/13, Urteil vom 4.11.)

Fehlerhafte Eingabe zurückgezogen

Das erste Ebay-Angebot des Verkäufers sei wirksam zurückgezogen worden, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. Es stehe fest, dass dem Anbieter beim ersten Angebot ein Fehler bei der Eingabe des Mindestpreises unterlaufen sei. Dabei sei es unerheblich, ob er den Mindestpreis falsch eingegeben oder ob das System einen an sich richtig eingegebenen Mindestpreis fehlerhaft nicht akzeptiert habe. In beiden Fällen liege ein Fehler vor, der Widerruf sei darum berechtigt gewesen. Dafür spreche schon der geringe Zeitraum zwischen dem ersten Angebot und dem Widerruf, sagte OLG-Sprecher Christian Nubbemeyer.

Schlagworte zum Thema:  EBay, Urteil, Auktion, Online-Auktionen

Aktuell

Meistgelesen