19.03.2012 | Marketing & Vertrieb

Urteil: Ebay-Auktion auch bei vorzeitigem Abbruch gültig

Mit dem vorzeitigen Abbruch einer Internetauktion kann sich der Anbieter einer Ware nicht vor einem möglichen Zuschlag zu einem deutlich unter dem eigentlichen Wert liegenden Preis schützen. Dies geht jetzt aus einem Urteil (Az.: 10 S 163/11) des Landgerichts Detmold hervor, das über eine entsprechende Klage zu entscheiden hatte.

In dem verhandelten Fall ging es um eine Ebay-Auktion, bei der die Beklagte einen Wohnwagen zum Startpreis von einem Euro angeboten hatte. Nach nur zwei Tagen brach sie die Auktion jedoch ab, weil ihr Lebensgefährte den Wohnwagen auf anderem Weg verkaufen wollte. Der zum Zeitpunkt des Abbruchs Höchstbietende bestand jedoch auf der Herausgabe des Wohnwagens zum von ihm gebotenen Höchstpreis von 56 Euro, was die Beklagte jedoch ablehnte.

Bereits in der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Detmold entschieden, dass der Wohnwagen zu dem Gebotspreis herausgegeben werden müsse, da sich der Anbieter bei einer Internetauktion grundsätzlich damit einverstanden erklärt, das höchste wirksame Kaufangebot zu akzeptieren. Auch die Richter des Landgerichts sahen dies so und wiesen darauf hin, dass es dem Wesen einer Auktion widerspräche, wenn der Kauf nur dann zustande käme, wenn tatsächlich ein angemessener Preis erzielt werde.              

Abbruch der Auktion nur bei Verlust der Ware

Ein ähnliches Urteil hatte bereits vor einigen Jahren das Landgericht Coburg gefällt, das selbst in einem Irrtum bei der Preisangabe keinen Grund zum Abbruch einer bereits laufenden Auktion sah. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: VIII ZR 305/10) aus dem vergangenen Jahr kann ein Abbruch jedoch dann zulässig sein, wenn die angebotene Ware während der laufenden Auktion verlorengeht.

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