05.06.2012 | Umfrage

Frauen mögen keine Frauenklischees

Viele Frauen reagieren genervt auf Stereotypen in der Werbung.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die gängigen Klischees der fürsorglichen Mutter oder des Sexsymbols in der Werbung kommen bei Frauen überhaupt nicht gut an. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Mediaanalyzer hat nun ergeben, dass sich ein Viertel der befragten Frauen sogar explizit darüber ärgert.

Ob aufopfernde Mutter, sympathisches Dummchen oder verführender Vamp – in der Werbung gelten noch immer die abgedroschenen Klischees. Um herauszufinden, wie das porträtierte Geschlecht darüber denkt, hat Mediaanalyzer 1.000 Frauen zwischen 20 und 69 Jahren befragt. Ein Viertel der Interviewten reagiert der Studie zufolge genervt. Dabei kommen gerade die Stereotypen der Hausfrau und Mutter, die für Kinder und Haushalt zuständig ist, gar nicht gut an. Für knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) ist dieses Frauenbild völlig veraltet.

Vorurteil mangelndes Technikverständnis

26 Prozent stören Darstellungen, in denen Frauen in bestimmten Bereichen geringere Fähigkeiten als Männern zugesprochen werden. 15 Prozent ärgern sich über die Darstellung der Frauen als Dummchen, acht Prozent über den Stereotyp, dass Frauen nicht Autofahren oder Einparken können, jeweils drei Prozent lehnen außerdem das Klischee von der unselbständigen Frau, die nichts von Technik versteht, ab.

20 Prozent finden Models zu dünn

Aber auch die gegenteilige Darstellung des weiblichen Geschlechts stößt bei manchen auf Kritik: Nur 36 Prozent bewerten die Präsentation schlanker, leicht bekleideter Frauen positiv. Diese Gruppe empfindet die Bilder als ästhetisch (29 Prozent) und fühlt sich motiviert, mehr für die eigene Figur zu tun (sieben Prozent). Die Mehrheit (58 Prozent) bewertet allerdings auch dieses Klischee ausgesprochen negativ. 20 Prozent finden die Models zu dünn, vier Prozent fühlen sich unwohl beim Anblick perfekter Frauenkörper, weil sie mir ihrer eigenen Figur unzufrieden sind. Ein Drittel befürchtet sogar, es könnten falsche Werte und Ideale vermittelt werden.

Allerdings: Gegen die Darstellung erotischer Männer hat die befragte Zielgruppe nichts einzuwenden. Mehr als ein Drittel der Frauen würde dies sogar ausdrücklich begrüßen.

Schlagworte zum Thema:  Marktforschung, Geschlecht, Werbung, Marketing

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