15.02.2013 | Transfair

Fair gehandelte Produkte erobern die Supermärkte

Viele Verbraucher kaufen fair gehandelte Produkte.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Anfangs waren die Produkte nur in Dritte-Welt-Läden zu bekommen. Bald schon entdeckten auch Supermärkte den Trend zu fair gehandeltem Kaffee und Tee. Inzwischen gibt es keine Supermarktkette mehr, die nicht zumindest einige Produkte im Regal hat.

Fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Bananen oder Schnittblumen erobern immer mehr deutsche Supermärkte. Mit dem Lebensmittel-Discounter Aldi habe im vergangenen Jahr die letzte deutsche Supermarktkette Produkte mit dem Fairtrade-Siegel in die Regale genommen, informierte der Geschäftsführer des Transfair-Vereins, Dieter Overath, auf der Öko-Messe Biofach in Nürnberg. Fair gehandelte Produkte gebe es nun bundesweit in 18.000 Läden. Der Verein garantiert Produzenten höhere Mindestpreise und ihren Beschäftigten bestimmte Sozialstandards.

Nachfrage nach fair gehandelten Zutaten 

Overath räumte allerdings ein, dass einzelne Lebensmittelketten nur vereinzelte Produkte aus dem umfassenden Fair-Trade-Sortiment im Angebot haben. So biete etwa der Discounter Lidl lediglich 20 Produkte mit dem Fairtrade-Siegel an. Als erfreulich wertete der Vereins-Chef, dass immer mehr Lebensmittelhersteller, etwa Molkereien,  auf fair gehandelte Zutaten wie Zimt, Schokolade oder Zucker zurückgriffen. Dank der zunehmenden Nachfrage nach fair gehandelten Produkten mache inzwischen Fairtrade-Kaffee in Deutschland gemessen am Umsatz einen Marktanteil von zwei Prozent aus, der von Bananen von drei Prozent. Nehme man allein den Markt für Bio-Bananen, so werde in Deutschland inzwischen sogar jeder dritte Euro für eine Banane aus Plantagen mit hohen Sozialstandards ausgegeben. Noch höher sei der Marktanteil bei fair gehandelten Schnittblumen.

Umsatz um 30 Prozent gestiegen 

Im Jahr 2012 kletterte der Umsatz mit fair gehandelten Produkten nach Overaths Angaben um rund 30 Prozent auf rund 500 Millionen Euro. Die genauen Zahlen will der Verein erst im April veröffentlichen. Der im Vorjahr gestiegene Absatz habe allerdings den Anteil der ökologisch produzierten Erzeugnisse etwa verwässert, räumte Overath sein. Habe 2011 noch fast drei Viertel aller fair gehandelten Produkte aus dem Ökoanbau gestammt, so seien es 2012 nur noch rund die Hälfte gewesen, sagte Overath. "Öko ist für uns aber weiterhin von hoher Relevanz", unterstrich er.

Schlagworte zum Thema:  Fairtrade-Siegel, Discounter, Supermarkt

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