98 Prozent der untersuchten Unternehmens-E-Mails wiesen teilweise gravierende juristische Mängel auf. Bild: Corbis

E-Mail-Marketing läuft in deutschen Unternehmen noch nicht richtig rund. Ein Viertel hat überhaupt keine Newsletter im Einsatz. So lautet das Ergebnis einer Studie von absolit. Vor allem B2B-Unternehmen haben Probleme.

Die Unternehmensberatung hat in der Studie "E-Mail-Marketing Benchmarks" den Status quo in verschiedenen Branchen untersucht. Ein Ergebnis: Händler aus dem Bereich Kinderbedarf und Kosmetik erreichten dabei in allen Kategorien Top-Platzierungen. Vor allem B2B-Konzerne und Energieversorger weisen dagegen durchgehend große Schwächen auf. Die Etablierung von automatisierten Prozessen und Leadgenerierung sind branchenübergreifend die größten Problemzonen. Große Stärke ist die Mobiloptimierung, bei der lediglich Versicherungen und Metallhändler zurückfallen.

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Vier von fünf Landingpages sind mobiloptimiert

Als größte Herausforderung beim deutschen E-Mail-Marketing erweist sich die Automatisierung. Zwei Drittel der neuen Leser werden nicht begrüßt, obwohl Willkommens-Mails nachweislich oft die größten Öffnungsraten aufweisen. Durchschnittlich erreichen deutsche Newsletter nur 25 Prozent der Gesamtpunktzahl in dieser Kategorie. Erfreulich ist dagegen, dass sich das deutsche Newsletter-Marketing für die Zukunft wappnet. Auf die steigende Bedeutung der mobilen Endgeräte antworten die Branchen mit optimierten E-Mails. So lassen sich 72 Prozent der verschickten Newsletter auch auf Smartphones gut lesen. Vier von fünf Landingpages sind mobiloptimiert.

Individualisierte Ansprache wird vernachlässigt

Zwei wichtige Bereiche werden jedoch sträflich vernachlässigt: Nur 36 Prozent aller Betreffzeilen und Teaser lassen sich problemlos darstellen. Auch sonst fehlt es den deutschen Newslettern noch viel zu oft an Kreativität. Zwar sind die mittlerweile zum Standard gehörenden Elemente wie Call-to-Action-Buttons immerhin bei 77 Prozent aller untersuchten Mailings vorhanden, doch jeder dritter Newsletter wird noch immer ohne individualisierte Ansprache verschickt. Dabei ist gerade die Personalisierung ein Aspekt, den immer mehr Leser als gegeben voraussetzen.

98 Prozent aller Mails mit rechtlichen Mängeln

Dabei sind die Daten für eine individuelle Ansprache in den Unternehmen längst vorhanden. Denn rund die Hälfte aller untersuchten Webseiten verlangen bei der Newsletter-Anmeldung mindestens den Vor- und Nachnamen. Erlaubt ist jedoch eigentlich nur die Abfrage der E-Mail-Adresse. 20 Prozent der untersuchten Seiten verzichten gar auf ein Sicherheitszertifikat, das die Angabe solcher Daten wenigstens schützen würde. Ein Drittel der Unternehmen gibt zudem keinerlei Information über die Verwendung der Daten oder ein mögliches Widerrufsrecht. Insgesamt versenden nur erschreckende 12 von 1.274 Unternehmen komplett rechtssicher, das heißt, über 98 Prozent weisen bei ihrem E-Mail-Marketing teilweise gravierende juristische Mängel auf, die zu teuren Abmahnungen führen können.

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Schlagworte zum Thema:  Direktmarketing, E-Mail-Marketing

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