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Smartphone-Apps saugen heimlich die Adressdaten ab

Bekannte und populäre Apps wie Twitter oder Foursquare haben Daten aus dem Smartphone-Adressbuch der Benutzer auf die Server der Betreiber übertragen, ohne entsprechende Informationen zu geben. Die Kunden sind zunehmend verunsichert.

Zunächst stand nur die iPhone-App des sozialen Netzwerks Path in der Kritik, nachdem bekannt geworden war, dass diese Anwendung das gesamte Adressbuch des Nutzers an den Server des Betreibers überträgt, ohne dass der Nutzer darüber informiert wird. Mittlerweile sind jedoch auch eine Reihe anderer, teils sehr prominenter Apps für iOS, aber auch Android-Smartphones von dieser Problematik betroffen.

Twitter überträgt ebenfalls Daten

Auch der populäre Kurzblog-Dienst Twitter hat jetzt gegenüber der Los Angeles Times bestätigt, dass die eigene App Daten wie Namen, Mail-Adressen und Telefonnummern an die Server des Unternehmens überträgt, sobald der Nutzer in der App nach Bekannten sucht. Nach eigenen Aussagen werden diese Daten für 18 Monate gespeichert.

Zudem können Anwender die Daten mittels der Web-Anwendung auch wieder entfernen. In Zukunft will das Unternehmen durch eine Änderung der Oberflächentexte auf diesen Upload explizit hinweisen.

Foursquare informiert jetzt ebenfalls

Auch der Dienst Foursquare, über den Anwender sich an Standorten einchecken können, hat durch das neueste Update seiner App für iPhone nun auf diese Problematik reagiert. Beim Auffinden von Freunden wird nun auf den Upload der Daten aufmerksam gemacht und die Nutzer haben zudem die Möglichkeit, diese Übertragung auch abzulehnen.

Andere Apps übertragen nach wie vor Daten, ohne dies anzuzeigen. Teilweise geschieht dies auch im Klartext und über ungesicherte Verbindungen.

Generelle Richtlinien für App-Entwickler

Während App-Entwickler beim erstmaligen Zugriff auf die Standortdaten oder andere Informationen gezwungen sind, entsprechende Hinweise zu geben, ist dies beim Zugriff auf das Adressbuch nicht vorgesehen. Zwar gibt es generelle Richtlinien für App-Entwickler, die Übertragung von Nutzerdaten generell nur nach vorheriger Zustimmung durchzuführen. Jedoch halten sich die Entwickler nicht immer daran, wie die jetzt bekannt gewordenen Beispiele zeigen.

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