03.06.2013 | Servicenummern

Schluss mit teuren Warteschleifen

Neue Regeln für Telefon-Warteschleifen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Service-Nummern mit Warteschleifen kosten Telefonkunden oft nicht nur Geduld, sondern auch happige Gebühren. Seit dem 1. Juni sind schärfere Vorschriften dagegen in Kraft getreten.

Zum Schutz vor überzogenen Gebühren müssen die meisten Warteschleifen für Telefonkunden seit Samstag (1. Juni) an kostenlos sein. Bei Service-Nummern wie 0180 oder 0900 sind solche Schleifen künftig an nur noch zulässig, wenn sie umsonst sind oder für den ganzen Anruf ohnehin ein Festpreis gilt. Auch bei Gratis-Nummern bleiben Warteschleifen erlaubt, ebenso bei normalen Ortsvorwahlen - hierfür sind dann aber die üblichen Gebühren zu zahlen. Bei Verstößen drohen Anbietern Bußgelder bis zu 100.000 Euro. Die Änderungen sind Teil einer im vergangenen Jahr beschlossenen Reform des Telekommunikationsrechts. Seit 1. September gilt bereits eine Übergangsregelung, wonach die ersten zwei Minuten einer Schleife kostenlos sein müssen. Die Regeln werden nun zum 1. Juni ausgedehnt. Verbraucherschützer kritisieren seit längerem, dass in Warteschleifen teils unbemerkt Kosten von mehreren Euro fällig werden können.

Festpreis muss angesagt werden 

Künftig dürfen auch "nachgelagerte" Warteschleifen nichts kosten, wenn der Anrufer im Lauf eines Telefonats weitergeleitet wird. Bei Service-Nummern müssen Verbraucher zudem gleich zu Beginn informiert werden, wie lange die Schleife voraussichtlich dauern wird. Angesagt werden muss auch, dass ein Festpreis für den Anruf berechnet oder die Schleife kostenlos sein wird. Die Vorschriften gelten für Telefonate aus dem Festnetz und von Handys. Wenn Kunden einen Pauschaltarif (Flatrate) für normale Festnetzverbindungen haben, fallen bei Hotlines mit Ortsvorwahlen auch keine Kosten für Warteschleifen an.

Bundesnetzagentur bietet Nummern an 

Für die neuen gesetzlichen Vorgaben hat die Bundesnetzagentur die Nummern 0180-6 (Abrechnung zum Festpreis) und 0180-7 (kostenlose Warteschleife von maximal 30 Sekunden) eingerichtet. Die Bundesnetzagentur betonte, Verbraucher könnten sich mit Beschwerden über Warteschleifen bei der Behörde melden. Die Neuregelung beende "die Abzocke in der Warteschlange", betonte der verbraucherpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Erik Schweickert. Warteschleifen seien keine Serviceleistung und dürften deshalb auch nichts extra kosten.

Schlagworte zum Thema:  Telefonkosten, Warteschleife, Bundesnetzagentur, Verkauf, Hotline, Serviceleistung, Marketing

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