| Marktforschung

Steigendes Interesse am virtuellen Autokauf

Immer mehr Verbraucher können sich vorstellen, ihr Auto im Internet zu kaufen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Im digitalen Zeitalter dominiert das Internet auch auf dem Automobilmarkt als beliebtes Informationsmedium.

Knapp zwei Drittel der an einem Autokauf interessierten Europäer werden sich in den kommenden zwei Jahren virtuell informieren. Ein Drittel der europäischen Autofahrer steht sogar einem Pkw-Erwerb über das Internet offen gegenüber. Kaufkriterien sind vor allem Kaufpreis, Betriebskosten und technische Eigenschaften des Pkws. Deutsche schauen beim Autokauf auch auf das Kriterium der Zweckmäßigkeit. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage der Commerz Finanz GmbH in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen BIPE. Insgesamt wurden 4.830 Einzelpersonen aus acht verschiedenen europäischen Ländern befragt. "Trotz steigender Direktverkäufe werden Autohaus und Verkaufspersonal auch in Zukunft eine wichtige Schnittstelle zum Kunden bleiben", betont Bernd Brauer, Bereichsleiter Caravan, Auto, Motorrad der Commerz Finanz GmbH. "Hier findet er eine Bestätigung seiner Pkw-Wahl und erhält die persönliche Beratung, die er im Internet nicht findet."

Gebrauchtwagen: steigende Attraktivität

Aus finanziellen Gründen wenden sich die Konsumenten dem Gebrauchtwagenmarkt zu. 64 Prozent der Gebrauchtwagenbesitzer sagen aus, dass die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um einen Neuwagen zu kaufen. In Deutschland teilen 60 Prozent der Bundesbürger diese Meinung. Die Europäer passen sich der aktuellen wirtschaftlichen Situation an. 74 Prozent der Befragten (mit Kaufabsicht) geben sich daher mit ihrem jetzigen Pkw zufrieden und schieben einen Neuwagenkauf auf. In Deutschland ist für die Wahl des Gebrauchtwagens nicht allein der finanzielle Aspekt entscheidend. 47 Prozent der Gebrauchtwagenbesitzer sind der Auffassung, dass ihr Pkw für ihre Bedürfnisse ausreicht.

Internet: mehr als nur ein Informationsmedium

Das Internet wird sich in den kommenden zwei Jahren als virtueller Automobilmarkt weiter etablieren. Bereits heute zeigt sich fast jeder dritte Europäer mit Kaufabsicht interessiert, seinen Pkw online zu erwerben. Die steigende Internetnutzung geht einher mit der Suche nach immer günstigeren Preisen für den Wunsch-Pkw. Über den virtuellen Automobilmarkt haben die Verbraucher die Möglichkeit, verschiedene Modelle und Kriterien zu vergleichen und können sich so einen eigenen Überblick über die Wettbewerbsfähigkeit der Preise verschaffen. Als Hauptquelle dienen für 61 Prozent der kaufinteressierten Europäer die Herstellerseiten im Netz. Auch die Webseiten der Vertragshändler (54 %) sowie verschiedene Austauschforen (41 %) werden gerne genutzt, um sich Informationen rund um die Wahl des neuen Pkws zu beschaffen. Vor allem in Deutschland surft jeder zweite Befragte auch auf den Seiten unabhängiger Autohändler.

Verzahnung von Vertriebswegen schaffen

Die zunehmende Bedeutung des Internets betont auch Professor Dr. Willi Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen: "Der Erstkontakt mit dem potenziellen Käufer im Internet muss als eine Chance und nicht als Bedrohung verstanden werden. Entscheidend für einen erfolgreichen Kaufabschluss ist es, den Internet-Interessenten für eine Probefahrt zu gewinnen. Nur die Autohäuser, die diese Verzahnung zwischen neuen und traditionellen Vertriebswegen schaffen, werden junge Kunden erreichen".

Schlagworte zum Thema:  Auto, Kauf, Online-Käufer, Marktforschung, Neufahrzeug

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