| Manipulierte Umfrage

Auch "Autoflotte" hat gemogelt

Auch beim Preis der Zeitschrift "Autoflotte" wurde manipuliert.
Bild: Michael Bamberger

Leserabstimmungen laden offenbar geradezu zum Schummeln ein. Nach den Fälschungen bei den Ergebnissen beim "Gelben Engel" beim ADAC hat auch das Fachblatt "Autoflotte" eingeräumt, beim Leserpreis "Autoflotte Award" die Ergebnisse frisiert zu haben. Auch dort muss der Chefredakteur den Hut nehmen.

Nach dem Skandal um gefälschte Abstimmungsergebnisse beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel" gibt es nun auch bei einer anderen Autozeitschrift Unregelmäßigkeiten. Das Fachmagazin "Autoflotte" räumte in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme ein, dass es bei der Ermittlung der Preisträger des Autoflotten Awards 2014 Ungereimtheiten gegeben habe, die auch durch eine gründliche Prüfung "nicht vollständig ausgeräumt" werden konnten. Zu früheren Preisträgern des Awards gehören etwa die Autovermietung Sixt, Skoda, Fiat, Volkswagen Leasing oder die Werkstattkette ATU.

In erheblichem Umfang Daten gelöscht

Vom zuständigen Chefredakteur habe man sich im "gegenseitigen Einvernehmen" getrennt. Zudem sei die ursprünglich bereits für den 14. März geplante Preisvergabe abgesagt worden. "In dieser Form wird es den Preis künftig sicher nicht mehr geben", sagte Verlagsleiter Ralph Meunzel auf Nachfrage. Wie lange es bereits Manipulationen bei der Auszeichnung gegeben habe, lasse sich nicht mehr feststellen. "Es sind in erheblichem Umfang Daten gelöscht worden." Der frühere Chefredakteur habe zur Aufklärung der Vorwürfe nicht beigetragen.

Hinweise auf weitere Unregelmäßigkeiten

Nur für die Verleihung 2013 gebe es neben der aktuellen Runde noch Informationen. Dort gebe es allerdings zumindest Hinweise auf weitere Unregelmäßigkeiten. Details zum Ablauf und der Art der möglichen Manipulationen nannte der Verlag nicht. Den Preis gibt es bereits seit dem Jahr 1996, der Ex-Chefredakteur war seit 2003 im Amt. Reaktionen von Preisträgern seien bisher nicht bekannt, sagte Meunzel. Zuerst hatte der Mediendienst Newsroom.de am Montag über den Fall berichtet. Das Fachmagazin "Autoflotte" erscheint bei Springer Automotive Media, einer Tochter der Springer Fachmedien GmbH in München, die nichts mit dem  Axel Springer Verlag zu tun hat. Das Blatt hat eine gedruckte Auflage von 30.000 Stück. Über die Preisvergabe hatten 2013 knapp 6.400 Leser der Zeitschrift abgestimmt.

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Schlagworte zum Thema:  Geschäftswagen, Dienstwagen

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