10.06.2013 | Top-Thema Logistik im E-Commerce

Die Kundenansprüche steigen

Kapitel
Die Lieferung am Bestelltag ist eine Herausforderung für die Logistik.
Bild: Haufe Online Redaktion

E-Commerce-Giganten wie Amazon oder Asos haben im Laufe der Jahre ihren Auslieferungsservice kontinuierlich verbessert. Damit haben die Unternehmen auf Kundenwünsche reagiert, aber auch den Markt weiterentwickelt und die Messlatte immer höher gelegt.

Kunden wollen zunehmend selbst bestimmen, wann und wo ihnen die georderte Ware zugestellt wird. Auch möchten sie bei Bedarf Ort und Zeit der Lieferung flexibel ändern können. Und schließlich erwarten sie ein unkompliziertes Retouren-Handling, das nicht nur kostenfrei ist, sondern auch die Rückgabe von Waren in Filialen oder sogar deren Abholung von zu Hause einschließt.

Künftig Ware noch am Bestelltag 

Dies bringt nicht nur viele Webshops, sondern auch Logistikdienstleister in Zugzwang. Denn die schnelle und flexible Logistik wird immer mehr zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Ist es heute in Deutschland und Großbritannien nahezu Standard, dass die Auslieferung am Folgetag der Bestellung erfolgt, heißt es künftig, die Ware noch am Bestelltag zu liefern - und das ohne wesentlich höhere Preise. Erste Ansätze sind schon erkennbar: In den USA, in Deutschland und in Großbritannien ermöglichen Dienstleister wie Shutl oder Tiramizoo die Bündelung von Kurierdiensten. In Köln testet DHL derzeit in Kooperation mit dem Onlinelebensmittelhändler Gourmondo die Auslieferung am Bestelltag. Und nach dem Ausbau der Regionallager durch Amazon steht die Ausweitung des "Evening Express" in sogenannte Same-Day-Lieferung für viele Städte in Deutschland kurz bevor.

Herausforderung für die Lagerlogistik 

Diese Erhöhung der Liefergeschwindigkeit ist kein triviales Unterfangen. E-Commerce-Unternehmen stellen ihre Lagerlogistik von zentral auf regional um und arbeiten an Direktüberstellungen in die Auslieferdepots von Logistikern. Die Bedeutung von Outbound-Sortierung und Hauptlauf wird über die Zeit sinken und kann zu potenziellen Auslastungsproblemen der Depots und Netzwerke führen. Einen großen Vorteil haben Multi-Channel-Unternehmen, die teilweise schon über Regionallager in der Nähe ihrer Ladenflächen verfügen. Logistiker hingegen brauchen jetzt besonders ein hohes Maß an Flexibilität und Agilität in puncto letzte Meile, um die Vielzahl von Bestellungen noch am gleichen Tag zum Kunden bringen und dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit bewahren zu können.

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Logistik, Online-Shop, Verkauf, Multichannel, Marketing, Depot

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