| LG-Urteil

Werbung mit Testurteil nur für getestete Produkte zulässig

Bild: Haufe Online Redaktion

Wirbt ein Unternehmen mit einem Testurteil, muss klar erkennbar sein, auf welches der beworbenen Produkte sich das Testurteil bezieht. Entsprechende Urteile ergingen an zwei verschiedenen Gerichten.

So hatte der Verbraucherzentrale Bundesverbands (Vzbv) vor dem Landgericht Heilbronn gegen Kaufland geklagt, weil das Unternehmen in einer Anzeige mit dem Qualitätsurteil „Sehr gut“ der Stiftung Warentest für eine Kombination aus Feucht- und Trockenfutter der Marke Pedigree geworben hatte. Mittig über den Abbildungen der beiden Produkte war das Testurteil platziert, das Stiftung Warentest allerdings nur dem Trockenfutter verliehen hatte. Die Richter sahen darin eine Irreführung der Verbraucher. Dem Leser der Anzeige werde der falsche Eindruck vermittelt, das Testurteil beziehe sich auf beide Produkte (Az. 8 O 381/11 Hä).

Vor dem OLG Koblenz hat der Vzbv ein ähnliches Urteil erwirkt. Real hatte in einer Anzeige für Matratzen in drei verschiedenen Größen geworben. Groß im Bild: Das Logo der Stiftung Warentest mit dem Urteil „Gut“ und der Kennzeichnung als Testsieger. Nicht erwähnt wurde: Getestet wurden nur Matratzen der Größe 90 x 200 cm, nicht aber die ebenfalls beworbenen Matratzen anderer Größen.

Die Real-Werbung erwecke den Eindruck, es seien alle in der Anzeige genannten Matratzengrößen getestet worden, so die Richter. Deshalb sei sie irreführend. Es handele sich nicht um einen Bagatellverstoß. Die Testergebnisse der Stiftung Warentest genössen bei Verbrauchern große Wertschätzung. Es sei deshalb wichtig, dass das Logo mit dem Testergebnis nur im Rahmen der Werbung für tatsächlich getestete Produkte verwendet werde.

Schlagworte zum Thema:  Verbraucherschutz, Verkauf, Werbung, Marketing

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