07.07.2014 | Ländliche Regionen

Die Renaissance der Tante-Emma-Läden

Tegut will die Versorgung in ländlichen Regionen mit "Lädchen für alles" verbessern.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Handelskette Tegut knüpft ein dichter werdendes Netz von Tante-Emma-Läden in ländlichen Regionen. Das Konzept mit den Mini-Märkten ist gefragt - so das Zwischenfazit vier Jahre nach dem Startschuss.

Das Konzept mit Tante-Emma-Läden in ländlichen Regionen hat sich für die Fuldaer Handelskette Tegut bewährt. "Wir verzeichnen große Nachfrage in Deutschland. Auch aus dem benachbarten Ausland wird viel Interesse bekundet", sagte Tegut-Bereichsleiter Knut John der Nachrichtenagentur dpa. Vor rund vier Jahren eröffnete Tegut den ersten Mini-Supermarkt Namens "Lädchen für alles". Mittlerweile sind es 25. In diesem Jahr sollen zwei bis drei weitere Filialen hinzukommen. Für 2015 und 2016 seien neue Standorte fest eingeplant, sagte John.

Dorf-Lädchen sind auch ein Sozialprojekt

Die Geschäfte auf dem Dorf seien die Antwort auf den demografischen Wandel, erklärte John. Die Läden dienten dazu, in immer schwächer belebten ländlichen Regionen Versorgungslücken zu schließen. Die Läden bieten auf einer Fläche von knapp 100 bis 300 Quadratmetern 2.500 bis 4.000 Produkte an. Gewöhnliche Stadt-Supermärkte von Tegut sind nach Unternehmensangaben meist 1.000 bis 3.500 Quadratmeter groß. Der einzige Nachteil sei bislang, dass sich das Konzept wirtschaftlich noch nicht trage, sagte John: "Es werden halt geringere Umsätze mit den Dorf-Lädchen erzielt." Für Tegut handele es sich auch um ein Sozialprojekt: "In 13 der 25 Märkte beschäftigen wir auch Menschen mit Handicap im Rahmen von Sozialpartnerschaften."

Tegut betreibt 280 Lebensmittelmärkte

Nach Einschätzung des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels können Handelsketten in dünn besiedelten Regionen mit Kleinflächenkonzepten durchaus punkten. Tegut war Anfang 2013 vom Schweizer Handelsriesen Migros übernommen worden. Die Fuldaer Handelskette hat etwa 5.200 Mitarbeiter und betreibt mehr als 280 Lebensmittelmärkte in Hessen, Thüringen, Nordbayern sowie in Göttingen und Mainz.

Drei Größenmodelle

Das Konzept der Handelskette Tegut sieht "Lädchen für alles" in drei Größen vor, mit Verkaufsflächen von 100 bis 300 Quadratmetern. Die kleinste Variante soll «Kiosk-Charakter» haben, für den Betreiber sei nicht mehr als ein Zusatzverdienst drin. Betrieben werden könne der Laden auch von Werkstätten, Vereinen oder Initiativen - zunächst auf ehrenamtlicher Basis. Tegut rechnet mit 500.000 Euro Umsatzpotenzial im Jahr. In der mittleren Größe sind den Angaben zufolge bis zu 700.000 Euro Umsatz möglich. Betreiber könnten eine Kostendeckung plus kleiner Rendite erwarten. Beim größten Modell sieht Tegut die Möglichkeit als Haupteinnahmequelle.

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