| Konsumklima

Guter Arbeitsmarkt sorgt für stabile Kauflaune

Das Konsumklima in Deutschland ist ungebrochen stabil.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das deutsche Konsumklima trotzt weiterhin der Euro-Schuldenkrise und konnte sich auf hohem Niveau stabilisieren.

"Vor allem die nach wie vor gute Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist für die gute Kauflaune verantwortlich", sagte Experte Rolf Bürkl vom Marktforschungsunternehmen GfK in einem Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX . "Hier sind die Bedingungen derzeit noch sehr robust." Der von den Marktforschern ermittelte Konsumklimaindikator verharrte zuletzt bei 5,9 Punkten.

Moderate Inflation 

Laut den jüngsten GfK-Daten gab es allerdings bei der Anschaffungsneigung und den Einkommenserwartungen einen leichten Rückgang. Dennoch hielt sich der Unterindikator im März weiterhin auf einem hohen Niveau. "Jüngste Tarifabschlüsse lassen vor dem Hintergrund der zu erwartenden moderaten Inflation reale Zuwächse bei der Kaufkraft erwarten", sagte Bürkl. "Dies wird auch künftig zu einer Stabilisierung des Konsums beitragen, falls es außenwirtschaftlich nicht zu einer weiteren Eskalation kommt."

Eurokrise hat kaum Spuren hinterlassen 

Auch mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise machen sich die deutschen Verbraucher vorerst keine allzu großen Sorgen. Selbst die drohende politische Blockade im Eurokrisenland Italien nach dem Patt bei den jüngsten Parlamentswahlen habe bei der Kauflaune kaum Spuren hinterlassen, kommentierte Bürkl. "Trotz der außenwirtschaftlichen Störungen im Rahmen der Euro-Schuldenkrise bleibt die Stimmung der Verbraucher vorerst relativ gelassen."

Sparneigung könnte nochmals zurückgehen 

Allerdings konnte sich die jüngste Zuspitzung der Krise in Zypern noch nicht im GfK-Konsumklima widerspiegeln. Die Eskalation der Lage auf der hoch verschuldeten Mittelmeerinsel erfolgte erst nach Abschluss der Befragung durch die Marktforscher. Vor allem der ursprüngliche Beschluss der Euro-Finanzminister auf Sonderabgaben auf Bankguthaben in Zypern war den Konsumenten zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht bekannt. "Ich könnte mir vorstellen, dass im April die Sparneigung noch einmal deutlich zurückgeht", sagte Bürkl.

Zypernkrise könnte positive Effekte haben 

Die Steuer-Pläne der Finanzminister auf Bankguthaben waren nicht von langer Dauer. Dennoch könnte alleine die öffentlich bekundete Absicht bei der Stimmung der deutschen Verbraucher ihre Spuren hinterlassen haben. "Die Frage ob es jetzt ratsam sei zu sparen, könnte noch ein Stück weit negativer beantwortet werden", sagte Experte Bürkl. Im Umkehrschluss dürfte das aber der Konsumneigung helfen. Die Verbraucher könnten weniger auf die hohe Kante legen und an den Ladentheken tiefer in die Tasche greifen. "Es könnte daher sogar sein, dass die Zypern-Krise positive Auswirkungen auf die Kauflaune hat."

Dagegen habe sich das kalte Winterwetter zu Beginn des Frühjahrs bisher noch nicht stark auf die Kauflaune der Verbraucher ausgewirkt, so Bürkl. Auch wenn die eisigen Temperaturen noch einige Zeit anhalten, rechnet der GfK-Experte nicht mit nennenswerten Auswirkungen auf die Kauflaune. "Ich halte diese Effekte für insgesamt nicht so gravierend."

Schlagworte zum Thema:  Konsum, Konsumklima, Konsumverhalten, GfK-Studie

Aktuell

Meistgelesen