| Innovationspreis

Handyrauschen als Daten-Verschlüsselung

Ein Schweizer Professor hat den digitalen Datenaustausch sicherer gemacht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Verschlüsselung von Informationen wird immer wichtiger. Ein Schweizer Professor will nun das Rauschen am Handy nutzen - und wird mit dem Vodafone Innovationspreis geehrt.

Das sonst so störende Rauschen bei Telefonverbindungen will ein Schweizer Professor zur Verschlüsselung von Daten nutzen. Für seine Grundlagenarbeit ist Ueli Maurer, Professor für Computerwissenschaften an der ETH Zürich, mit dem Vodafone Innovationspreis geehrt worden. Seine ungewöhnliche Erfindung bilde die Grundlage für eine mathematisch beweisbare Sicherheit, die selbst Angreifer mit unendlicher Rechenleistung nicht knacken könnten, hieß es zur Begründung.

Bislang ist jeder Code knackbar  

Die Sicherheit von Daten rückt mit dem rapide wachsenden mobilen Datenverkehr immer mehr in den Mittelpunkt. Doch rein theoretisch sind alle derzeit bekannten Verschlüsselungsverfahren knackbar – es ist nur eine Frage der Zeit. Bei den heute üblichen asymmetrischen Schlüsselverfahren geht man einfach davon aus, dass für eine Entschlüsselung eine nicht sinnvolle Zeit aufgewendet werden müsste, deshalb werden sie als sicher deklariert. Das Gegenteil kann aber theoretisch jederzeit bewiesen werden.

Physikalischen Mangel genutzt 

Für eine auch mathematisch beweisbare Sicherheit hat Maurer nun die Grundlagen gelegt, erklärte Vodafone mit. Selbst Angreifer mit unendlicher Rechenleistung sollen den Code nicht knacken können. Dafür macht sich Maurer einen physikalischen Mangel in vielen Telefonverbindungen zunutze. Das in der Leitung entstehende Rauschen etwa wird in diesem Fall nicht umständlich beseitigt, sondern direkt für die Verschlüsselung genutzt. Maurers Arbeiten seien wegeweisend für viele Wissenschaftler im Bereich der Sicherheit in der Mobilkommunikation gewesen, teilte Vodafone mit.

25.000 Euro Preisgeld  

Der mit 25.000 Euro dotierte Innovationspreis wird einmal im Jahr von der Vodafone Stiftung für Forschung verliehen. Er soll herausragende Erfindungen auszeichnen, die die Technologieentwicklung im Mobilfunk maßgeblich voranbringen. "Ohne exzellente Forschung in diesem Bereich bleibt die digitale Gesellschaft eine Utopie", sagte Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum laut Mitteilung. "Innovationen, wie sie aus den ausgezeichneten Arbeiten hervorgehen, schaffen Zukunft."

Schlagworte zum Thema:  Datenaustausch, Datensicherheit, Verschlüsselung, Asymmetrische Verschlüsselung, Innovation, Vodafone

Aktuell

Meistgelesen