Viel Auswahl bieten Händler ihren Kunden bei Gutscheinkarten meist nicht. Bild: Michael Bamberger

An Weihnachten werden sie wieder unter vielen geschmückten Tannen liegen: Gutscheinkarten. Bei Vermarktung, Digitalisierung und Individualisierung ginge jedoch deutlich mehr als bei vielen Händlern zu sehen, erklärt Ingenico.

Untersucht hat der Marketing-Dienstleister den Status quo anhand von verdeckten Testkäufen bei 135 Händlern in Deutschland, sowohl stationär als auch online. Die Unternehmen kamen aus 30 verschiedenen Bereichen, darunter Mode, Bücher, Blumen, Büro- und Tierbedarf.

Die Testkäufe zeigten deutlich, wie nachlässig viele Verkäufer im stationären Handel den Artikel Gutscheinkarte behandeln. Nicht einmal die Hälfte der Verkaufsmitarbeiter (45 Prozent) präsentierte sie offen. Meist waren sie überhaupt nicht zu sehen. Werbeschilder, die auf die Gutscheine hinwiesen, gab es nur in knapp fünf Prozent der Läden.

Gleiches galt auch für den Onlinehandel. In mehr als der Hälfte der Fälle, gab es auf der Startseite von Omnichannel-Händlern keine oder nur schwer auffindbare Hinweise auf Gutscheine. Besser sieht es immerhin bei den Online-Pure-Händlern aus. Hier befand sich auf rund 80 Prozent der Startseiten ein Hinweis.

Personalisierung? Nicht bei Gutscheinen

Rein stationäre Händler bieten rein haptische Geschenkkarten an. Sie werden meist im Scheckkarten-Format angeboten. Zwar werden online in vielen Shops auch virtuelle Karten angeboten, die Regel sind sie allerdings nicht. Überraschend war für die Studienleiter, dass sogar 33 Prozent der reinen Onlinehändler ausschließlich haptische Karten im Programm haben. Unter Omnichannel-Anbietern ist der Anteil mit knapp 55 Prozent allerdings wesentlich höher. Mit rund 30 Prozent fast gleichauf liegen Pure-Online- und Omnichannel-Händler hingegen beim Angebot von sowohl haptischen als auch virtuellen Gutscheinkarten. Lediglich bei einem einzigen Anbieter kann der Gutschein in ein digitales Wallet geladen werden.

Obwohl Kunden auch bei Geschenkgutscheinen immer häufiger nach Individualisierung verlangen, gibt es dazu nur wenig Möglichkeiten. In der Regel kann lediglich der Grußtext auf der Verpackung gewählt werden. Im reinen Onlinehandel sind es 21 Prozent. Eigene Fotos, Bildbearbeitung, Video- oder Audiobotschaften? Fehlanzeige.

Der Kauf einer Gutscheinkarte sollte als eigenständiges Kauferlebnis angesehen und gestaltet werden, meint Jochen Freese, Geschäftsführer von Ingenico Marketing Solutions. Der Handel müsse die Gutscheinkarte somit im gleichen Atemzuge digitalisieren und zum Kundenerlebnis machen, wie er es mit anderen Produkten und Services auch mache.

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Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Kundenbindung

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