| Neue Strategie

Google will sich im Alltag unentbehrlich machen

Google will zum unentbehrlichen Begleiter im Alltag werden.
Bild: Google

Google schlägt eine neue Strategie für seine Zukunft ein: Nutzer sollen sich künftig mit Software und Geräten des Konzerns unterhalten können, statt nur Suchanfragen einzutippen. Damit heizt Google die Rivalität mit Apple, Facebook, Microsoft und Amazon an.

Google will sich mit Spracherkennung und künstlicher Intelligenz tief im Alltag verankern und weit über das heutige Kerngeschäft mit Internet-Suche hinausgehen. Der Konzern stellte einen vernetzten Lautsprecher mit einem integrierten Sprachassistenten vor. Das Gerät mit dem Namen Google Home kann nicht nur auf Kommando Musik abspielen, sondern auch auf die Google-Suche zugreifen sowie Aufgaben in verbundenen Geräten und Diensten erfüllen. Man kann zum Beispiel ein Taxi bestellen oder alle möglichen Fragen stellen. Dafür muss das Gerät ständig zuhören, um die Befehle nicht zu verpassen. Mit dem Lautsprecher konkurriert Google direkt mit einem ähnlichen Konzept von Amazon.

Jede fünfte Suchanfrage bereits per Spracheingabe

Google will insgesamt seine Nutzer verstärkt über einen neuen Sprachassistenten erreichen. Mit dem "Google Assistant" solle man sich einfach unterhalten können, erklärte Konzernchef Sundar Pichai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im kalifornischen Mountain View. Damit sollen die Google-Dienste für die Anwender nützlicher werden. "Wir haben ein Jahrzehnt investiert, um die weltbeste Spracherkennungs-Technologie zu entwickeln", sagte Pichai. Das war ein Seitenhieb gegen Konkurrenz wie Apples persönliche Assistentin Siri, Microsofts Cortana oder Amazons Technologie Alexa. Aktuell komme bereits die Hälfte der Google-Suchanfragen von mobilen Geräten und ein Fünftel werde per Spracheingabe gestellt, sagte Pichai. Wenn sich die Google-Suche verstärkt von der klassischen Web-Anfrage stärker auf gesprochene Fragen verlagert, könnte das auch Folgen für die Wettbewerbsermittlungen etwa in der EU haben.

Optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Als weitere Neuheit zeigte Google den Messenger Allo, der mit ähnlichen Diensten vor allem von Facebook konkurrieren wird. Auch hier steht die Spracheingabe im Vordergrund. Außerdem kann der Kurzmitteilungsdienst mit Hilfe künstlicher Intelligenz passende Antworten oder eine Auswahl von Restaurants oder Filmen vorschlagen. Eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll für den Datenschutz sorgen. Neu ist auch die App "Duo" für Videoanrufe, die im Sommer für Android- und Apple-Geräte eingeführt werden soll. Mit den beiden Diensten tritt Google gegen die heute dominierenden Facebook-Dienste WhatsApp und Messenger an, macht aber auch Apple (FaceTime, iMessage) und Microsoft (Skype) Konkurrenz. Zu den Partnerdiensten für den neuen Lautsprecher gehören bereits MyTaxi, der Fahrdienst-Vermittler Uber und Musikdienste wie Spotify. Lautsprecher in verschiedenen Räumen können miteinander verbunden werden und zusammenarbeiten. Google will auch die Möglichkeit bieten, das Design nach dem Geschmack der Nutzer anzupassen. Die Ankündigungen trafen auf begeisterten Applaus der Konferenz-Teilnehmer.

Schlagworte zum Thema:  Google, Internet-Suchmaschinen, Internet, Mobiles Internet, Internet der Dinge

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