18.04.2013 | Ökologische und soziale Aktivitäten

EU-Kommission will mehr Berichtspflichten für Unternehmen

Firmen sollen in der EU künftig über ihr soziales oder ökologisches Engagement berichten.
Bild: Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH

Die EU-Kommission will große Unternehmen gesetzlich dazu verpflichten, über ihre Aktivitäten im Umwelt- und Sozialbereich Rechenschaft abzulegen.

Diesen Vorschlag hat EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier in Straßburg vorgelegt. Demnach soll die Pflicht für große Gesellschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern gelten. Kleine Firmen will die EU-Kommission ausnehmen. Die EU-Behörde argumentiert, auf diese Weise könnten Aktionäre und Investoren bessere Entscheidungen treffen. Dabei soll es um ökologisches und soziales Engagement etwa im Bereich Umweltschutz, Menschenrechte oder Anti-Korruptionsmaßnahmen gehen. Laut EU-Kommission berichten bislang rund 2.500 Unternehmen EU-weit darüber - künftig müssten etwa 18.000 Konzerne dies tun.

Wirtschaftsverbände warnen vor mehr Bürokratie 

Viele Firmen fördern aus Imagegründen soziale Projekte und sehen dies als gesellschaftliche Verantwortung. Wirtschaftsverbände warnen, dass die neue Berichtspflicht erheblichen Bürokratieaufwand mit sich bringt. Die EU-Kommission weist die Kritik zurück und schätzt die Kosten pro Firma auf weniger als 5.000 Euro jährlich. Es gehe nicht um einen detaillierten "Nachhaltigkeitsbericht", sondern nur um knappe Informationen. Die Offenlegung könne auf Konzernebene erfolgen und müsse nicht von den Einzelunternehmen kommen, hieß es. Damit der Vorschlag Gesetz wird, müssen der EU-Ministerrat und das Europaparlament noch zustimmen.

   

Schlagworte zum Thema:  EU-Kommission, Freiwillige soziale Aufwendungen, Umweltschutz, Unternehmen

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