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Nur Online steigen die Umsätze im Handel

Der stationäre Handel gerät zunehmend unter Druck der Online-Shops.
Bild: Haufe Online Redaktion

Schnee im März, Dauerregen im Mai - 2013 war bislang kein gutes Jahr für die Einzelhändler. Jetzt liegt die Hoffnung auf der üblicherweise stärkeren zweiten Jahreshälfte.

Nach dem langen Winter und dem verregneten Frühjahr hoffen die Einzelhändler im Land auf die zweite Jahreshälfte. Der Sommerschlussverkauf habe gezeigt, dass die Konsumstimmung gut sei, sagte der Präsident des Einzelhandelsverbands Horst Lenk in Stuttgart. "Diesen Schwung wollen wir mitnehmen." Für das Gesamtjahr rechnet Lenk dennoch nur mit einem hauchdünnen Plus von 1 Prozent. Das habe die Konjunkturumfrage unter 450 Einzelhändlern im Land ergeben.

Online-Anteil könnte auf 20 Prozent steigen 

Größte Herausforderung für den stationären Handel bleibe die Online-Konkurrenz. Nur Online-Shops sowie Verkäufer von kosmetischen und Pharma-Produkten konnten ihre Umsätze steigern, alle anderen lagen den Angaben zufolge im Minus. Bundesweit habe der Online-Handel etwa sieben Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes ausgemacht. In den nächsten Jahren könnte dieser Anteil sogar auf 20 Prozent steigen. Die beste Strategie für Ladenbesitzer sei es deshalb, beide Einkaufsformen zu verknüpfen, sagte Lenk.

Hohe Energiekosten drücken Margen 

Der Wettbewerbsdruck schlage auf die Gewinne durch. Die Hälfte der befragten Einzelhändler verzeichneten im ersten Halbjahr einen Ergebnisrückgang. Nur 16,7 Prozent konnten ihren Gewinn steigern. Die Situation sei "so schlecht wie noch nie", sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbands. Neben der Online-Konkurrenz drückten die größeren Ladenflächen auf die Gewinnmarkgen. Aber auch gestiegene Energiekosten und hohe Gewerbesteuern machten den Händlern zu schaffen.

Nur 45 Prozent in der Tarifbindung 

Die Händler fürchten zudem höhere Personalausgaben. Die Tarifverhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten, weil die Arbeitnehmerseite keine Veränderungen im Manteltarifvertrag annehmen will. Der nächste Termin ist für Ende September angesetzt. Der Handelsverband hatte daraufhin seinen Mitgliedern empfohlen, die Löhne vorläufig um 2,5 Prozent zu erhöhen. "Wir tun, was wir können", sagte Hagmann. "Für viele sind 2,5 Prozent schon zu viel." Derzeit seien nur etwa 45 Prozent der Einzelhändler in der Tarifbindung. Der Verband gehe davon aus, dass viele sich daran halten aber keine Tarifverträge abschließen, um flexibel zu bleiben, sagte Lenk.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandel, Online-Shop, Konjunktur, Wettbewerb

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