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Einheitliche Verbraucherrechte für den Fernhandel in Europa

Mit der Verabschiedung einer neuen Direktive hat der EU-Ministerrat jetzt eine Regelung zu europaweit einheitlichen Verbraucherrechten beim Fernhandel verabschiedet, die deutschen Konsumenten jedoch nicht nur Vorteile bringt. Händler werden beispielsweise bei der Rücknahmepflicht und den Rücksendekosten entlastet.

Ziel der jetzt vom EU-Ministerrat verabschiedeten Direktive ist es, die Verbraucherrechte im Fernhandel europaweit zu verbessern und zu harmonisieren. Damit soll auch der grenzüberschreitende Handel profitieren, bei dem die EU noch ein erhebliches Wachstumspotenzial sieht.

Verlängerte Rückgabefrist

Zu den wesentlichen Neuerungen der Direktive gehört die Verlängerung der Rückgabefrist von bislang einer Woche auf jetzt 14 Tage. In Deutschland profitieren die Konsumenten davon jedoch nicht, galt die Frist von zwei Wochen in Deutschland doch schon seit einigen Jahren.

Vorgesehen ist jetzt allerdings eine Bagatellgrenze von 50 Euro, unter der eine Rückgabe nicht mehr vorgesehen ist. Weist der Händler nicht auf die Rückgabefrist hin, verlängert sie sich jetzt automatisch auf 12 Monate. Von der Rückgabe ausgeschlossen sind nach wie vor digitale Waren (z. B. Software, Musik) sowie Produkte, die nach individuellen Kundenwünschen gefertigt wurden.

Maximale Lieferzeit

Eine Neuerung, die dagegen auch für deutsche Verbraucher von Bedeutung ist, besteht in der Einführung einer Obergrenze für die Lieferzeit. Ist die Ware 30 Tage nach der Bestellung nicht zugestellt worden, dürfen die Kunden vom Kauf zurücktreten.

Keine Übernahme der Rücksendekosten

Eine Verschlechterung für deutsche Konsumenten stellt allerdings die Regelung zur Kostenübernahme bei Rücksendung dar. Mussten nach den bisherigen Vorgaben die Händler die Kosten für die Rücksendung übernehmen, sofern der Warenwert oberhalb von 40 Euro lag, so sollen nach dem EU-Recht diese Kosten künftig vom Käufer getragen werden. Bei sperrigen Gütern muss der Händler allerdings auf die zu erwartenden Kosten der Rücksendung hinweisen, ansonsten muss er diese selbst tragen.

Erweiterter Geltungsbereich

Die neuen Vorgaben sollen künftig zudem nicht mehr nur ausschließlich für den klassischen Versandhandel und Online-Shops gelten, sondern auch für Online-Auktionen, sofern es sich bei den Verkäufern um gewerbliche Anbieter handelt, sowie für Verkaufsveranstaltungen in Privaträumen.

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