16.07.2012 | E-Commerce

Wie Sie im Internet rechtssicher verkaufen

Der Onlinehandel boomt, aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen werden immer vielfältiger.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Fallstricke im E-Commerce sind ebenso vielfältig wie tückisch. Und es werden immer mehr. Doch wer einige Grundsätze beachtet, spart viel Zeit und vermeidet Ärger. Hier die zehn wichtigsten Tipps, wie Sie im Internet rechtssicher verkaufen.

1. Auf Umsatzsteuer hinweisen
Ob es sich um einen Brutto- oder Nettopreis handelt, muss im unmittelbaren räumlichen Bezug zu Artikelpreis, -abbildung oder -beschreibung stehen. Auch Sternchen sind zulässig, wenn sie auf eine entsprechende Fußnote verweisen. Ein Hinweis „inkl. MwSt.“ oder „zzgl. MwSt.“ ist ebenfalls ausreichend.

2. Versandkosten kommunizieren
Die Versandkosten müssen räumlich dem Endpreis zugeordnet sein. Der Hinweis „zzgl. Versandkosten“ muss beim Anklicken auf eine leicht verständliche Erklärung der Versandkosten-Berechnung verweisen.

3. Grundpreis angeben
Neben dem Endpreis muss in unmittelbarer Nähe der Grundpreis angegeben werden – auch in Online-Shops. Unter die Verpflichtung zur Grundpreisangabe fallen alle Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden.

4. Irreführungen vermeiden

Über wesentliche Merkmale der Ware oder Dienstleistung dürfen Anbieter nicht täuschen. Beispielsweise sollten immer Lieferfristen angegeben werden, weil sonst der Eindruck entsteht, dass die Ware verfügbar ist und unverzüglich verschickt wird.

5. Flapsige Werbesprüche vermeiden

Spar- und Bundle-Preise sind problematisch. Einzelpreise müssen nachvollziehbar sein, zudem muss immer angeben werden, worauf sich die Ersparnis bezieht. Wer im Web mit „heute kaufen, morgen liefern“ wirbt, sollte sicherstellen, dass auch an Sonn- und Feiertagen ausgeliefert wird.

6. Besonderheiten bei Preisportalen beachten
In Preisportalen müssen neben dem Endpreis auch die Versandkosten und der Grundpreis angegeben werden. Ein BGH-Urteil legt fest, dass der Preis auf dem Preisportal nicht von dem Preis im Onlineshop abweichen darf.

7. Preise richtig durchstreichen
Bei einem durchgestrichenem Preis muss deutlich sein, um welchen Preis es sich dabei handelt – die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, ein handels- oder warenüblicher Preis oder ein zuvor gültiger „alter“ Preis. 

8. Bestellungen korrekt kennzeichnen
Künftig müssen Nutzer ausdrücklich bestätigen, dass sie sich mit der Bestellung zu einer Zahlung verpflichten. Der Bestell-Button muss daher eine eindeutige Formulierung tragen – zum Beispiel „zahlungspflichtig bestellen“.

9. Bildrechte beachten

Jedes Foto ist durch das Urheberrechtgesetz geschützt. Produktfotos für die Shopseite sollten daher entweder selbst oder durch einen Fotografen angefertigt werden.

10. Für Widerrufsbelehrungen Muster verwenden

Bei Widerrufsbelehrungen sollte nur das gesetzlich vorgegebene Muster verwendet werden.  Änderungen sind riskant. Gerichtsurteilen zufolge kann man sich mitunter schon bei Änderung weniger Wörter nicht mehr auf das Muster berufen.

Mehr dazu lesen Sie im Beitrag "Geschäfte im Paragrafen-Dschungel" in der Ausgabe 7-8/2012 des Unternehmermagazins ProFirma

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Verkauf, Online-Shop

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