21.09.2015 | E-Commerce

Der Handel will einfachere Datenschutz-Regeln

Die deutschen Datenschutz-Regeln sind dem Handel zu kompliziert.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Der Handel hält die geltenden Datenschutz-Vorschriften beim Einkaufen im Internet für zu kompliziert. Er möchte einfachere, klarere Regeln für den Einkauf im Internet, um die Unternehmen zu entlasten. Verbraucherschützer fordern mehr Verständlichkeit.

"Einfachere Regelungen sind sowohl im Interesse der Verbraucher als auch der Händler. Die aktuell sehr komplexen Datenschutz-Erklärungen haben keinen Mehrwert", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, in Berlin. Aus Sicht der Verbraucherzentralen kann man auf Datenschutzerklärungen nicht verzichten. Sie müssten aber verständlich sein. Der Handelsverband stützte sich bei seiner Forderung auf eine Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) unter rund 9.000 Online-Käufern in neun EU-Staaten. Demnach lesen 63 Prozent der Befragten selten oder nie die Datenschutz-Bestimmungen, wenn sie im Internet etwas herunterladen, bestellen oder sich bei sozialen Netzwerken anmelden. In Deutschland lag dieser Anteil bei 51 Prozent. Auf EU-Ebene laufen derzeit Verhandlungen über eine neue Datenschutz-Grundverordnung.

Zusätzliche Zusammenfassung der wichtigsten Regeln

Der HDE und der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) sprachen sich für eine EU-weit einheitliche Regelung aus. "Derzeit sind die deutschen Händler wegen der besonders  strengen Vorgaben hierzulande im Wettbewerb mit ausländischen Anbietern oft benachteiligt", sagte BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. Beide Handelsverbände schlugen vor, nach deutschem Vorbild in den Betrieben europaweit Datenschutz-Beauftragte einzuführen. Diese könnten die Persönlichkeitsrechte der Verbraucher wirksamer schützen als formalisierte Datenschutz-Erklärungen. Für die Internet-Expertin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Lina Ehrig, gilt der Grundsatz: "Verbraucher müssen wissen, was mit ihren Daten passiert." Datenschutz-Erklärungen seien unentbehrlich - sie müssten aber auch verbraucherfreundlich sein. "Eine zusätzliche Zusammenfassung der wesentlichen Regeln oder Symbole, die vermitteln, welche Daten erfasst und weitergegeben werden, könnten zu mehr Verständlichkeit und Übersichtlichkeit beitragen", schlug Ehrig vor. Diese Vereinfachung dürfe aber nicht zulasten der Rechtssicherheit gehen.

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Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, E-Commerce

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