| Stabiles Konsumklima

Der Handel hofft auf ein starkes Weihnachtsgeschäft

Der Handel hofft auf ein gutes Weihnachtsgeschäft.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Verbraucher werden nicht an Weihnachtsgeschenken sparen, hofft der deutsche Einzelhandel. Aber Euro-Krise und steigende Energiekosten überschatten die Vorfreude auf die umsatzstarken Tage.

Der deutsche Einzelhandel glaubt an den Weihnachtsmann und das Christkind. Trotz europäischer Schuldenkrise und steigender Energiekosten herrscht in der Branche Optimismus für das Weihnachtsgeschäft. Dieses Bild ergibt eine Konjunkturumfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Neun von zehn Händler erwarten demnach stabile oder steigende Weihnachtsumsätze. Allerdings bleiben erhebliche Risiken für den Handel, zu denen auch das Wetter zählt. So können für die Modehändler die niedrigen Temperaturen nicht früh genug kommen. Immer mehr Geschenke werden zudem im Internet gekauft.

Stimmung hat sich eingetrübt 

"Viele deutsche Einzelhändler haben ihre Hausaufgaben gemacht und Strukturen und Sortiment gut an die veränderten Kundenbedürfnisse angepasst. Diese Unternehmen können dank niedriger Arbeitslosigkeit und gestiegener Einkommen nach wie vor von einem günstigen Konsumklima profitieren", erklärte Handelsexperte Thomas Harms von Ernst & Young. Andere Firmen, die nicht schnell genug reagierten, drohten den Anschluss zu verlieren. Angesichts des stark wachsenden Internethandels trenne sich in der Branche die Spreu vom Weizen. Schuldenkrise und Konjunkturabkühlung sind laut Ernst & Young zwar noch nicht im deutschen Handel angekommen. Die Stimmung hat sich aber bereits eingetrübt. Aktuell bewerteten 84 Prozent der 140 befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder eher gut und 16 Prozent als schlecht. Damit hat sich der Anteil der Unzufriedenen binnen eines halben Jahres verdoppelt und binnen eines Jahres vervierfacht. Eine Verschlechterung der Konsumlaune befürchten in der Umfrage 24 Prozent der Händler, 27 Prozent erwarten hingegen eine Verbesserung.

Energiekosten überschatten das Geschäft 

Von einem Stimmungsabschwung hatte der Branchenverband HDE schon vor einigen Wochen berichtet. Erstmals seit mehr als zwei Jahren überwiege wieder der Anteil der Händler mit einer schlechten Lagebewertung gegenüber denen mit einer guten, teilte der HDE auf Basis einer eigenen Umfrage mit. Die Stimmung in der mehr als drei Millionen Mitarbeiter zählenden Branche ist damit so schlecht wie seit langem nicht mehr. Vor allem kräftig steigende Energiekosten überschatten im Einzelhandel die Freude auf das Weihnachtsgeschäft. Wegen vieler Risiken hob HDE-Präsident Josef Sanktjohanser die Prognose von nominal 1,5 Prozent Umsatzplus im Gesamtjahr 2012 nicht an, obwohl es bis Ende Juni 2,6 Prozent mehr waren. "Die Stimmung bei den Händlern hat sich abgekühlt. Aber wenn das Weihnachtsgeschäft ähnlich wird wie im vergangenen Jahr, sind wir auf jeden Fall auf der sicheren Seite mit unserer Prognose", hatte er im September gesagt. "Ich habe ja nicht ausgeschlossen, dass wir sie vielleicht doch noch übertreffen könnten. Aber warten wir erst mal ab."

Privater Verbrauch als Konjunkturstütze 

Die Marktforscher der GfK hatten im September von einem stabilen Konsumklima berichtet und ihre Prognose vom Jahresanfang bestätigt, wonach der private Konsum in diesem Jahr real um etwa ein Prozent steigen wird. Das Sparen sei angesichts geringer Zinsen für viele Verbraucher keine Alternative mehr, stellten die Marktforscher seit längerem fest. Die nächste GfK-Studie erscheint in den kommenden Tagen. Die Bundesbank sieht den privaten Verbrauch auch in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht als eine Konjunkturstütze.

 

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandel, Weihnachtsgeschäft, Konjunktur, Energiekosten

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