04.02.2014 | "Ambiente"-Messe in Frankfurt

Alles, was man nicht unbedingt braucht

Die Frankfurter "Ambiente" ist die weltweit größte Messe für Dinge, die man nicht unbedingt braucht.
Bild: Ambiente-Messe

Die Macher nennen sie nicht ganz unbescheiden "Die Messe": In Frankfurt startet am 7. Februar mit der "Ambiente" die weltweit größte Messe für Dinge, die man nicht unbedingt braucht, für die die Menschen aber dennoch Geld ausgeben - manchmal gar nicht so wenig.

Vom 7. bis zum 11. Februar dreht sich in den weitläufigen Messehallen wieder alles um Produkte, die man zwar nicht unbedingt braucht, die aber vielen das Leben schöner machen: Erneut rund 4.700 Aussteller aus aller Welt zeigen Geschirr, Gläser, Besteck, Haushaltswaren, Geschenke, Wohnaccessoires und Dekorationsartikel aller Art und jeder Qualitätsstufe. Allein für das Volumen- oder Massengeschäft haben sich rund 1.300 Hersteller aus China, Indien, Hongkong, Taiwan, Thailand und weiteren Staaten angemeldet, aber auch absolute Luxusanbieter zeigen ihre Neuheiten.

Dufthersteller neu auf der Messe

Die deutschen Hersteller und Händler sehen gute Voraussetzungen für steigende Umsätze in diesem Jahr. "Steigende Reallöhne und niedrige Zinsen helfen uns sicherlich. Das hat man schon bei der Möbelmesse in Köln gesehen", sagt Thomas Grothkopp vom Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur (GPK). Messe-Geschäftsführer Detlef Braun verweist zudem auf die sinkende Sparquote und die positiven Beschäftigtenzahlen auf dem wichtigsten europäischen Markt Deutschland. "Das alles sollte dem privaten Konsum helfen." Beispiele für florierende Segmente, die auch prominent auf der Messe vertreten sind, seien Elektrokleingeräte, Schmuck und Uhren. Neu auf der Messe sind Hersteller von Düften, mit denen zunehmend Shops und Hotels weltweit um die Gunst der Gäste werben.

Zusätzliche temporäre Halle in diesem Jahr

Die "Ambiente" ist nach Brauns Worten die mit Abstand größte Veranstaltung der Frankfurter Messegesellschaft, gemessen nach Fachbesuchern (2013: 140.000 aus 140 Ländern) wie auch nach Fläche. Weil das Frankfurter Messegelände trotz einiger Neubauten aus allen Nähten zu platzen drohte, wurde in diesem Jahr auf dem Freigelände erstmalig eine temporäre Halle mit zusätzlich 7.250 Quadratmetern errichtet. Als erstes außereuropäisches Gastland präsentiert Japan seine Kultur rund um das Essen und Leben. Für den Fachhandel entscheidend bleibt die Frage, ob er am steigenden Online-Geschäft teilhaben kann. Etliche Konsumenten seien aber auch der Schnäppchenjagd müde und wollten sich mit Beratung sehr hochwertige Waren leisten, meint Grothkopp. Wenig hilfreich sei allerdings der Trend zu immer mehr Single-Haushalten, in denen nicht mehr so häufig zu Hause aufwändig gekocht und gegessen wird.

Schwester-Messe "Tendence" im Abschwung

"Der Ambiente ist es gelungen, die mit Abstand größte und wichtigste Messeplatz für Konsumgüter weltweit zu bleiben, auf dem im Frühjahr sämtliche Neuheiten präsentiert werden", schwärmt Jens-Heinrich Beckmann vom Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren in Solingen. Die Einkäufer kämen aus allen Regionen der Welt, erst mit weitem Abstand danach seien Veranstaltungen in Chicago, Paris, Tokio und Schanghai für die Branche noch von einiger Bedeutung. Doch auch in Frankfurt finden sich Verlierer, nämlich die Schwestermesse "Tendence", die seit Jahren unter einem kräftigen Aussteller- und Besucherschwund leidet. "Die meisten Firmen haben nicht zweimal im Jahr neue Produkte", nennt Beckmann einen wichtigen Grund, warum führende Hersteller den zweiten Termin im Jahr mieden.

Viele zeigen nur noch Randsortimente

Ihre über 850 Jahre alte Herbstmesse haben die Frankfurter in der Folge längst unter dem Titel "Tendence" auf Ende August vorgezogen und räumlich sowie zeitlich zusammengeschrumpft. Vor allem große Hersteller aus Asien waren unzufrieden, weil sie ihre Produkte nicht mehr rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft liefern konnten und folglich auch niemand bestellte. Die zuletzt noch verbliebenen 1.300 Aussteller können der Messegesellschaft zufolge alle innerhalb von sechs Wochen liefern und konzentrieren sich stark auf Dinge, die als Geschenk taugen. Viele Hersteller sind auf der "Tendence" nur noch mit Randsortimenten vertreten, berichtet der Verband GPK.

Schlagworte zum Thema:  Messe

Aktuell

Meistgelesen