24.04.2012 | Top-Thema Forderungsmanagement

Aufgaben und Bausteine

Kapitel
Eine der wichtigsten Aufgaben von Forderungsmanagement: Risiken reduzieren.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Aufgabe des Forderungsmanagements ist es, die Risiken zu reduzieren, die z.B. mit der Vergabe von Lieferantenkrediten verbunden sind. Dazu zählen daher alle Maßnahmen der Bearbeitung und Sicherung der Debitoren.

Die Bonitätsprüfung ist eine präventive Maßnahme und setzt vor Aufnahme einer neuen Geschäftsbeziehung oder dem Abschluss eines Geschäftes mit einem Altkunden ein. Ermittelt werden z. B. mit Hilfe von Wirtschaftsauskunfteien Informationen über potenzielle Kunden wie Liquiditätsstatus, Umsatz, Zahlungsweise, Branche oder Rechtsform. Je höher der Forderungsausfall sein kann, desto wichtiger und umfassender müssen die Informationen sein. Im Zweifel sollte immer vom Vertragsabschluss Abstand genommen werden, soweit die Forderung nicht abgesichert ist. Die Vertragsgestaltung trägt dazu bei, dass das Risiko des Forderungsausfalls minimiert wird und bezieht dabei den Geschäftspartner mit ein. Dazu gehören das Aushandeln der Zahlungskonditionen, wie z.B. Fälligkeit, Skonto, Vorkasse, Abschlagszahlungen etc.

Die Vereinbarung von Sicherheiten, wie z.B. Eigentumsvorbehalt, Zahlungsbürgschaft, Bauhandwerkersicherungshypothek gem. § 648 BGB, Bauhandwerkersicherung gem. § 648a BGB etc. .
Besonders wichtig ist die Fälligkeit der Forderungen. Hier empfiehlt sich immer ein Fixdatum, z. B. 30.11.XXXX. Zumindest sollte die Zahlungsfrist bestimmbar sein, z. B. 10 Tage nach Rechnungserhalt. Dies hat den Vorteil, dass der Kunde, wenn er Unternehmer ist, auch ohne Mahnung in Verzug (= Voraussetzung für die Geltendmachung von Verzugszinsen, Mahnkosten) gerät, wenn er nicht zahlt (§ 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Die Debitorenbuchhaltung beginnt nach erfolgter Warenlieferung oder Erbringung der Dienstleistungen. Elementare Aufgaben sind korrekte und zeitnahe Rechnungsstellung, Datenhaltung der Kunden, wie z.B.Adressen, Bankverbindung wegen Lastschrifteinzugsermächtigung, Kontrolle und Verwaltung der offenen Forderungen, wie Überwachung der Fälligkeiten.

Die Debitorenbuchhaltung muss wichtige Informationen über Zahlungsverhalten und Änderungen in der Geschäftsführung der Kunden etc. der Geschäftsführung weiterleiten, damit diese wiederum beim künftigen Kunden risikogerechte Vereinbarungen treffen können. Soweit die Forderungen fällig geworden sind, setzt das Mahn- und Inkassoverfahren ein.

Schlagworte zum Thema:  Forderungsmanagement, Finanzierung

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