22.06.2012 | Serie Blogs für Unternehmer und Selbstständige

Kollege Ich

Serienelemente
Gudrun Sonnenberg ist die Frau hinter "Kollege Ich"
Bild: Haufe Online Redaktion

Gudrun Sonnenbergs Blog ist mehr als eine Internetseite zum Schmökern und Schmunzeln. Unter "www.kollege-ich.de" finden sich launige, anregende und viele nützliche Texte und Hinweise aus dem Arbeitsalltag einer Freiberuflerin.

Herrlich schon diese Überschrift: „Aufschieberitis andersrum.“ Da fühlt man sich als Freiberufler am heimischen Schreibtisch gleich angesprochen. Aufschieben, das lieben die Selbstständigen – auch wenn sie sich selbst gleichzeitig dafür hassen. Wenn ein Text nun verspricht, er zeige, wie man „andersrum“ aufschiebt, muss man ihn einfach lesen. Die eigentliche Arbeit wird ja wohl noch fünf Minuten warten können.

Gudrun Sonnenberg ist die Verfasserin des Textes. Er ist einer der neueren in ihrem Blog „Kollege Ich“ (www.kollege-ich.de). Seit Oktober 2009 betreibt die Journalistin das Blog, das sich an alle richtet, die allein arbeiten. An Menschen, die sich ihre Zeit selbst einteilen, die ihre Arbeit eigenständig erledigen und die sich folglich selbst motivieren müssen. Ihnen gibt Sonnenberg Tipps, wie man das typische Aufschieben von Arbeiten bis kurz vor Schluss vermeidet, wie man sich die Zeit sinnvoll einteilt und wie man es schafft, sich trotz unproduktiver Tage nicht mit Selbstvorwürfen zu quälen. „Freiberufler haben oft ein schlechtes Gewissen, wenn sie keine acht Stunden vorm Computer sitzen“, sagt Sonnenberg. Das liege daran, dass sie sich an den gängigen Normen orientierten. „Dabei kann es für den Einzelnen völlig in Ordnung sein, nur zwei Stunden am Tag zu arbeiten. Entscheidend ist, was man von sich selbst erwartet.“ Sonnenberg gehört selbst zu denen, die in Eigenregie arbeiten. Die 46-Jährige leitet Seminare, macht PR und Flyer, textet Geschäftsberichte und Broschüren. Häufi g arbeitet sie zu Hause, eine Zeitlang hatte sie einen Schreibtisch in einem Coworking-Büro gemietet. „Über Jahre hinweg immer nur zu Hause arbeiten – das finde ich nicht so gut. Ich mag die Abwechslung“, sagt Sonnenberg. Und sie mag die Flexibilität und Unabhängigkeit als Selbstständige. „Das ist, neben manchen Nachteilen, ein großer Vorteil meiner Situation.“ Ein weiterer sei die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Sonnenberg ist Mutter eines zwölfjährigen Sohnes. Die Idee zum Blog kam der Berlinerin, als sie – gemeinsam mit einer Kollegin – ihr zweites Buch schrieb: „Homeoffice“. Schon in ihrer ersten Publikation „Kollege Ich“ aus dem Jahr 2005 hatte sie sich ausgiebig mit den Themen rund ums selbstständige Arbeiten beschäftigt. Nun widmet sie sich erneut den Herausforderungen der Freiberufler. Seither schreibt Sonnenberg über das, was Einzelkämpfer interessiert. Ihre Texte sind oft lustig, manchmal ironisch – und immer trifft sie den Nagel auf den Kopf. Das zeigen die Kommentare der Leser,
denen die guten Tipps zum Selbstmanagement gefallen. Sonnenberg freut sich, dass ihr Blog bei Freiberuflern gut ankommt. Trotzdem sieht die Autorin „Kollege Ich“ nicht als Instrument zur Selbstvermarktung, sondern als „Spielwiese“, auf der sie ihrer Lust am Publizieren frönen kann. „Ich mag Blogs“, sagt Sonnenberg. „Wenn sie gut geschrieben sind, sind sie eine Bereicherung.“
Und dann sagt sie noch etwas: „Ich sollte häufiger schreiben.“

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