02.07.2012 | Serie Blogs für Unternehmer und Selbstständige

4freelance

Serienelemente
Timo Bock hat 4freelance gegründet
Bild: Haufe Online Redaktion

Vier Jahre lang arbeitete Timo Bock als Recruiter bei einem Personaldienstleister. Jetzt gibt er dieses Wissen in seinem Blog 4freelance weiter. Den Lesern gefallen die Ratschläge aus der Praxis, wie die vielen Klicks und Kommentare zeigen.

Wie sieht das perfekte Freelancer-Profil aus? Timo Bock hat dazu eine klare Meinung: „Unbedingt mit Foto, Aufbau: amerikanisch, das heißt, beginnend mit der aktuellen Tätigkeit. Sprache: die der Stellenanzeige, Zeugnisse: nicht zwingend erforderlich, Layout: einfach, ohne Logos.“

Timo Bock hat nicht nur eine klare Meinung zu Themen, die Freiberufler betreffen. Er tut sie auch kund. Auf seinem Blog www.4freelance.de gibt er Antworten auf die Fragen, wann man sich nach einem Interview melden sollte, wie man eine Rechnung richtig schreibt oder wie die perfekte Website eines Freiberuflers aussehen sollte. Vor rund zwei Jahren hat sich der studierte Volkswirt die Domain 4freelance gesichert, ein Blog gestartet und ein Branchenverzeichnis für Agenturen angelegt, die auf die Vermittlung von Freelancern spezialisiert sind. Damals war Bock selbst noch Recruiter in einer solchen Agentur und deshalb nah dran an den Freien. „In den Gesprächen mit Freelancern habe ich immer wieder herausgehört, dass sie sich mehr Transparenz auf dem Markt wünschen“, sagt Bock. Das sei kein Wunder. „In der Branche tummeln sich rund 100 Agenturen. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten.“ Außerdem gebe es ein paar Schwarze Schafe unter den Agenturen. Diese aufzudecken hat Bock gereizt.

Seit der 32-Jährige seine Festanstellung gekündigt hat, macht er das auf zwei Wegen: Zum einen hat er seine Internetseite vom Branchenverzeichnis zur Bewertungsplattform weiterentwickelt: Die Freelancer benoten die Agenturen mit null bis fünf Sternen und stellen ihre Erfahrungsberichte online. Der zweite Weg ist nach wie vor das Blog. Die Artikel dafür schreibt Bock zwar nur noch selten selbst, das übernimmt ein Bekannter für ihn. Doch Bock setzt häufig die Themen, gibt Anregungen, worüber es sich zu berichten lohnt. Schließlich ist er der Mann mit der Praxis. Er weiß, wie es in der Branche läuft und will aufdecken, was seiner Meinung nach nicht ganz koscher ist. „Wir betreiben mit dem Blog Aufklärungsarbeit“, sagt Bock. Er kläre die Freien zum Beispiel darüber auf, was geschehe, wenn eine Agentur einen Freelancer nach dessen Referenzen fragt. „Referenzen dienen häufig nicht als Qualitätssicherung, sondern werden von den Agenturen im Vertrieb genutzt“, sagt Bock. Mit anderen Worten: Die Agentur freut sich über neue Adressen für die eigene Akquise. Solche Artikel kämen gut an, sagt der Münchner Unternehmer. Man merke das an der Zahl der Kommentare. Aber auch weniger brisante Texte werden offenbar gern gelesen. 9.000 Besucher zählt die Seite jeden Monat. 

Bock freut sich über den „guten Traffic“. Und er lässt sich die Laune auch nicht dadurch verderben, dass er mit seiner Internetseite noch kein Geld verdient. Das komme noch, schließlich entwickelt er die Seite stetig weiter. In Zukunft etwa will Bock ein Jobboard anbieten, speziell für die wenigen Jobs, die nicht über Agenturen vermittelt werden. Zur Zeit aber ist das Blog sein liebstes Kind. „Das Blog ist ganz, ganz wichtig für mich“, sagt Bock. Auch deshalb, weil er eine 7.000 Mitglieder starke Gruppe von Freelancern auf der Social-Media-Plattform Xing anführt. „Was sollte ich denen denn erzählen, wenn ich nicht den Input aus dem Blog hätte?“

Schlagworte zum Thema:  Blog, Akquise

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