Das Unternehmensregister ist eine Onlineverzeichnis von Firmen in einem Staat oder einem Staatenbund. Unternehmer müssen ihre Unternehmensdaten im Handels- oder Unternehmensregister veröffentlichen. Das Unternehmensregister ist damit eine wichtige Informationsquelle, um mehr über Geschäftspartner oder Konkurrenten zu erfahren.

Die Handelsregister werden in Deutschland von den jeweiligen Amts- oder Registergerichten geführt. Das seit dem Jahr 2007 nach EU-Vorgaben zentrale, elektronisch geführte Unternehmensregister für Deutschland führt dabei alle veröffentlichungspflichtigen Daten deutscher Unternehmen aus verschiedenen Quellen zusammen und veröffentlicht sie.

Was ist das Unternehmensregister: Inhalte

Im Unternehmensregister sind folgende Inhalte zu finden:

  • das elektronische Handels-, Genossenschafts- und Partnerschaftsregister
  • Bekanntmachungen der Handels-, Genossenschafts- und Partnerschaftsregister
  • Veröffentlichungen aus dem Bundesanzeiger
  • Beim Bundesanzeiger hinterlegte Bilanzen
  • unternehmensrelevante Mitteilungen der Wertpapieremittenten
  • Bekanntmachungen der Insolvenzgerichte

Die Daten im Unternehmensregister werden aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt: aus dem Handelsregister, dem Bundesanzeiger und der elektronischen Publikationsplattform des Unternehmensregisters. Das Unternehmensregister stellt die Daten lediglich zur Information bereit, sie haben deswegen im Unterschied zum Handelsregister keine rechtliche Verbindlichkeit. Betrieben wird das elektronische Unternehmensregister vom Bundesanzeiger Verlag. Der Zugriff auf die Daten ist für jedermann möglich.

Im Unternehmensregister müssen folgende Firmendaten veröffentlicht werden: Eintragungen im Handelsregister sowie zum Handelsregister eingereichte Dokumente, Eintragungen im Genossenschafts- und Partnerschaftsregister, Jahresabschlüsse (der Umfang der Veröffentlichungspflicht hängt von Größe und Umsatz des Unternehmens ab), gesellschaftsrechtliche Bekanntmachungen, im Aktionärsforum veröffentlichte Eintragungen (nach § 127a Aktiengesetz), Veröffentlichungen von Unternehmen nach dem Wertpapierhandelsgesetz, dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz sowie nach der Börsenzulassungs-Verordnung, Bekanntmachungen und Veröffentlichungen inländischer Kapitalanlagegesellschaften und Investmentaktiengesellschaften nach dem Investmentgesetz und dem Investmentsteuergesetz, Mitteilungen über kapitalmarktrechtliche Veröffentlichungen an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und Bekanntmachungen der Insolvenzgerichte

Verpflichtungen und Gebühren

Geschäftsführer einer GmbH sind verpflichtet, Jahresabschlussunterlagen sofort nach der Vorlage und Feststellung durch die Gesellschafter über das elektronische Unternehmensregister zu veröffentlichen. Normalerweise müssen die Geschäftsunterlagen spätestens zwölf Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres publiziert werden. Ist das Unternehmen börsennotiert, müssen die Unterlagen bereits nach vier Monaten vorliegen. Normalerweise übermittelt der Steuerberater die veröffentlichungspflichtigen Unterlagen der GmbH an das elektronische Unternehmensregister und berechnet dafür je nach Größenordnung Gebühren (beispielsweise bei einer Bilanzsumme von 500.000 Euro etwa 150 Euro Gebühren).

News 21.01.2015 Umsetzung der EU-Richtlinie

Mit einer Verspätung von 6 Monaten hat der deutsche Gesetzgeber zum 31.12.2014 die EU-Richtlinie zur europaweiten Verknüpfung der Unternehmensregister umgesetzt (BGBl. 2014 Teil I, Nr. 63 v. 30.12.2014, S. 2409 f.). Ziel ist es, den Zugang zu Unternehmensinformationen sowohl für die Öffentlichkeit als auch für registerführende Stellen zu erleichtern und zu verbessern. Zu diesem Zweck erhalten Kapitalgesellschaften aus der ganzen EU in Zukunft eine einheitliche europäische Kennung.mehr

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News 08.11.2013 Netzwerk Steuergerechtigkeit

Deutschland ist nach Einschätzung von Nicht-Regierungsorganisationen und kirchlichen Gruppen eine weltweit führende Steueroase und ein "Eldorado für Geldwäsche".mehr

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News 30.11.2012 Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften

Der Bundestag hat am 29. November 2012 die Entlastung kleiner Unternehmen im Rahmen des Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetzes (MicroBilG) unverändert beschlossen.mehr

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