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Unfallflucht

Bild: Haufe Online Redaktion

Wegen Unfallflucht macht sich ein Unfallbeteiligter strafbar, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung ermöglicht hat.

Unfallflucht oder Fahrerflucht ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort. Ein an einem Verkehrsunfall Beteiligter hat eine Aufklärungspflicht gegenüber dem Geschädigten und anderen Beteiligten. Er verhält sich nur rechtmäßig, wenn er zugunsten anderer Unfallbeteiligter oder des Geschädigten die notwendigen Angaben über seine Person etc. macht. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, macht sich wegen Unfallflucht strafbar nach § 142 StGB.



Unfallflucht bei Missachtung der Wartezeit

Wenn niemand vor Ort ist, demgegenüber ein Unfallbeteiligter diese Angaben machen kann, muss er eine angemessene Zeit warten, bevor er sich entfernt, um sich nicht der Unfallflucht schuldig zu machen.  Die Wartepflicht ist gesetzlich nicht normiert und wird von den Gerichten im Einzelfall bestimmt. Hierbei sind insbesondere die Schwere des Unfalls, der Unfallort, die Tageszeit, die Verkehrsdichte und die Witterung von Bedeutung. Die durch Rechtsprechung festgelegten Wartefristen bewegen sich zwischen 15 Minuten bei einem Bagatellunfall bis zu über zwei Stunden bei einem Unfall mit Verletzten.

Um keine Unfallflucht zu begehen, muss sich ein Unfallbeteiligter, der sich nach Ablauf einer Wartefrist von der Unfallstelle entfernt, anschließend bei einer Polizeidienststelle melden und die erforderlichen Angaben machen. Darüber hinaus muss er seinen eigenen Aufenthaltsort und den Abstellort seines Fahrzeugs bekanntgeben und sich für weitergehende Überprüfungen über die Art seiner Beteiligung bereithalten.

Bei Unfallflucht droht Freiheits- oder Geldstrafe

Wer Unfallflucht begeht, dem droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, daneben auch die Entziehung der Fahrerlaubnis. Strafverschärfend wirkt es sich aus, wenn bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht nur unerheblich verletzt worden oder an Sachen bedeutender Schaden entstanden ist.

Nicht als Unfallflucht strafbar ist das Entferntwerden ohne eigenen Willen, zum Beispiel durch den Rettungsdienst in das Krankenhaus.