Social Media: Chance für Steuerberater

Trendbericht 25.08.2021 Customer Centricity

Für Steuerberater bieten die sozialen Medien viel Potenzial. Richtig eingesetzt, können Social-Media-Aktivitäten die Mandantenakquise erleichtern und die Mandantenbindung verbessern. Aber nicht alle Netzwerke sind für alle Steuerkanzleien geeignet

Social Media für Steuerberater

Nicht nur Jugendliche nutzen heutzutage soziale Netzwerke, sondern Menschen aller Alters- und Berufsgruppen. Es sind somit potenzielle Mandanten, die dort interagieren. Sie tauschen Erfahrungen aus, holen Informationen ein, recherchieren Angebote und Dienstleistungen oder wollen mit Firmen und Organisationen interagieren. Steuerkanzleien sollten dieses Potenzial nicht ignorieren. Sie können soziale Medien einsetzen, um die eigene Kanzlei bekannter zu machen, neue Mandanten zu gewinnen und bestehende Mandanten stärker an die eigenen Kanzlei zu binden. Ebenso eignen sich die Netzwerke, um der Kanzlei ein modernes Image zu verpassen.

Der beste Einstieg in Social Media ist eine eigene Kanzleiwebsite. Hier müssen den Onlinebesuchern relevante und aktuelle Inhalte geboten werden. Dieses Herzstück der Kanzlei-Informationen sollte dann mit den eigenen Social-Media-Kanälen vernetzt werden und als zentrale Anlaufstelle für Kontaktsuchende dienen. Bei der Wahl der Social Media Plattformen haben Steuerberater die Qual der Wahl. Während sich noch vor einigen Jahren alles auf Facebook fokussierte, ist die Bandbreite heute deutlich größer.

Die passenden Plattformen identifizieren

Um geeignete Plattformen zu identifizieren, sollten sich Steuerberater zunächst die Frage stellen, welche Zielgruppe erreicht werden sollen. Zur Entscheidungsfindung trägt dabei insbesondere die Ausrichtung der Kanzlei bei. Wer sich zum Beispiel überwiegend auf Geschäftskunden fokussiert, für den sind B2B-Plattformen wie LinkedIn und Xing hochrelevant. Richtet sich das Angebot eher an Privatkunden, kann zum Beispiel Facebook eine gute Wahl sein. Ist eine Steuerberatung auf Influencer spezialisiert, wäre eine Präsenz auf Instagram sinnvoll.


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Auch Nischenportale wie Twitch oder TikTok können unter Umständen für Steuerberater interessant sein. Auf Twitch lässt sich zum Beispiel Kontakt zu Pro-Gamern und professionellen Streamern aufbauen, via TikTok erreichen Steuerberater sehr junge Menschen, die sich erstmals mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Snapchat und Pinterest sind jedoch aufgrund ihrer Konzeption und spezieller Content-Formate für Steuerkanzleien ungeeignet.

Die Vorauswahl verfeinern

Ist auf Basis der Zielgruppen eine Vorsortierung erfolgt, sollte man sich seine Ziele vor Augen führen. Nicht immer wird es möglich sein, direkt neue Mandanten zu gewinnen.


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Wichtig ist es aber, in der Zielgruppe positiv mit interessanten und nutzwertigen Inhalten aufzufallen. Dies können aktuelle Informationen ebenso sein, wie ein Blick hinter die Kulissen oder konkrete Erläuterungen zu neuen Gesetzen oder komplexen Anforderungen. Solche Überlegungen können die Vorauswahl bestätigen oder sie nochmals verfeinern. Insbesondere diese sechs Plattformen dürften sich für die meisten Steuerberater als interessant herauskristallisieren: Facebook, Instagram, Youtube, Twitter, LinkedIn, Xing.


  • Facebook

Das Text-lastige Netzwerk eignet sich sehr gut für Steuerberater, die Ü30-Zielgruppen erreichen möchten. Mit einer Kanzleiseite auf Facebook, können Steuerberater ihren Mandanten in Text und Bild Einblicke hinter die Kulissen der Kanzlei gewähren, interne Veränderungen kommunizieren, neue Mitarbeiter vorstellen, von der Teamreise berichten, Spendenaktionen oder soziales Engagement publik machen. Umfangreiche Kontaktinformationen können im Profil hinterlegt werden, inklusive Anfahrt und Öffnungszeiten.


  • Instagram

Das Bildernetzwerk ist vor allem für Steuerberater geeignet, die neben Privatpersonen auch Influencer, Handwerker und Künstler zu ihren Mandanten zählen. Doch Achtung: Instagram ist nur dann eine gute Wahl, wenn hochwertige Fotos und Videos gepostet werden können. Auf Instagram werden Fotos arrangiert und Videos inszeniert. Hier ist Kreativität gefragt. Kann der Anspruch erfüllt werden, kann über Likes und Kommentare die Bindung zu Mandanten gestärt und Interesse auf sich gezogen werden. Manko: Im Gegensatz zu den umfangreichen Kontaktinformation auf Facebook, lässt sich hier lediglich ein Link im Profil hinterlegen.


  • Youtube

Googles Videoplattform hilft Steuerberater dabei, sich als Experte zu präsentieren. Ein eigener Youtube-Kanal ist eine gute Möglichkeit, die Bekanntheit der Kanzlei zu steigern und Mandate zu gewinnen. Wichtig ist es dabei, nicht nur auf eine professionelle Videoproduktion Wert zu legen, sondern Interaktionen mit den Zuschauern zu fördern, indem beispielsweise dazu aufgefordert wird, in den Kommentaren Fragen zu stellen und Feedback zu geben. Nur so kann auf Youtube ein Austausch stattfinden – der Grundstein für neue Mandate und der Mörtel für eine starke Mandanten-Bindung. Die Videos sollten kurz (5-10 min), die Inhalte leicht verständlich und die Sendefrequenz regelmäßig sein.


  • Twitter

Der Mikroblogging-Dienst Twitter ist dafür prädestiniert, aktuelle Nachrichten zu verbreiten. Für die breite Masse der Steuerberater dürfte Twitter daher nicht die oberste Priorität haben. Aber wer beispielsweise auf Kryptowährungen spezialisiert ist, könnte Interessenten via Twitter mit aktuellen News rund um Bitcoin & Co. auf dem Laufenden halten. Manko: Die Länge eines Posts ist auf 280 Zeichen begrenzt, als Kontaktinformation kann nur die Stadt und ein Link angezeigt werden.


  • LinkedIn

Die Business-Plattform LinkedIn ist für alle Steuerberater interessant, die Unternehmen und Freiberufler beraten. Auch wer ausländische Gesellschaften oder Investoren als Mandant gewinnen möchte, ist mit einer Präsenz in diesem internationalen Netzwerk bestens aufgestellt. Zusätzliche Aufmerksamkeit können Steuerberater erzielen, wenn sie Gruppen beitreten und dort Beiträge und Kommentare verfassen. Neben den Personenprofilen bietet LinkedIn auch die Möglichkeit, kostenfrei Unternehmensseiten zu erstellen. Diese Profile bieten weitreichende Möglichkeiten zur Selbstdarstellung, inklusive Kanzleibeschreibung, Logo, Slogan und Link zur Website. Telefonnummern können ebenso hinterlegt werden, wie Angaben zur Kanzleigröße, Standorten und den Spezialgebieten.


  • Xing

Wie auf LinkedIn, sind auch Nutzer auf Xing in einem Business-Kontext aktiv und nutzen die Plattform für geschäftliche Belange. Hier ist die Community allerdings weniger international, der Fokus liegt auf der DACH-Region. Ansonsten ähneln sich die Möglichkeiten. Steuerkanzleien können eigenen Seiten anlegen und dort ihre Kanzlei vorstellen und Kontaktmöglichkeiten hinterlegen. Wer die Steuerberatung auf Unternehmen fokussiert, ist auch mit dieser Plattform gut gerüstet, um mit potenziellen und bestehenden Mandanten ins Gespräch zu kommen.

Fazit:

Je nach Zielgruppe und Kommunikationsziel kommen für Steuerberater unterschiedliche Social Media Plattformen in Frage. Wichtig ist ein strukturiertes Vorgehen. So sollte man nicht alle Plattformen gleichzeitig in Angriff nehmen, sondern priorisiert vorgehen. Egal welche Plattformen schließlich gewählt werden: Wichtig ist es, jeweils aussagekräftige Profilseiten zu erstellen, regelmäßig zu posten und mit den Nutzern zu interagieren, zum Beispiel über Likes, Kommentare oder Direktnachrichten. Wichtig: Alle Kanäle sollten auf die Kanzleiwebsite verlinken und dort die Nachfrage bündeln.

Schlagworte zum Thema:  Kanzleimarketing
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