CSR-Themen sind nachgefragt und als Teil der Arbeitgeberattraktivität nicht mehr wegzudenken. Stakeholder haben ein immer stärkeres Interesse, Unternehmen in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für ökologische und soziale Themen zu erleben. Kommunikation und Information sind die Erfolgskriterien dafür.

Controllerinnen und Controller sind dabei im strukturierten Reporting eingebunden, seltener wirken sie bei der Vermarktung mit. Dies ist Aufgabe der Public-Relations-Abteilung. Bei DATEV hingegen sind Nachhaltigkeits-Controller vielfältig eingebunden und engagiert (s. Abb. 6).

Abb. 6: Integration von Nachhaltigkeits-Controlling in die Kommunikation

Es stellen sich im Wesentlichen 4 Fragen:

Wie können Nachhaltigkeitsthemen glaubwürdig kommuniziert werden?

Die Information müssen transparent sein, d. h. verschiedenen Stakeholdern über diverse Medien und Kanäle zur Verfügung gestellt werden. Eine Einbindung in den Geschäftsbericht, die Verwendung von Standards schaffen Übersicht und vereinfachen das Lesen. Dazu gehören z. B. interne Berichtsstandards oder extern die Orientierung am DNK.

Die Informationen müssen nachvollziehbar und überprüfbar sein. Bei DATEV sind die KPIs, die extern berichtet werden, in der internen Unternehmenssteuerung verankert. Damit wird von der Strategie über Planung und Umsetzung bis hin zum Reporting gewährleistet, dass die nachhaltigen Aktivitäten einem externen Check standhalten. Die wesentlichen Nachhaltigkeitsprozesse sind zertifiziert, wie das Umweltmanagementsystem oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Qualität der Informationen muss stressresistent sein. Das stellt ein souveränes, authentisches Agieren und Reagieren in allen CSR-Themen sicher. Das Unternehmen kommuniziert die Aktivitäten, die in Strategie und Umsetzung verankert sind. Bspw. bildet die Umweltbilanz Energie-, Papier- und Abfallaufkommen ab. Nach Verabschiedung der Klimastrategie im Jahr 2020 verfolgt DATEV in einem nächsten Schritt die Verankerung der CO2 -Ziele.

Wie sind Controller in den Kommunikations- und Informationsprozess eingebunden?

Nachhaltigkeits-Controller bringen sich über ihre Kernfunktion des Reportings hinaus unternehmensweit ein. Das Spektrum des Engagements ist vielfältig. Es reicht vom Impulsgeben über Informationsbereitstellung, aktive Mitarbeit bis hin zum Lead in Nachhaltigkeitsthemen. Letzteres eignet sich insbesondere für controllingnahe Themen wie das Reporting oder das Einbringen in Strategie- und Entscheidungsprozesse.

Die Verzahnung des Controllings sowie der Umwelt- und Sozialbeauftragten mit der Public-Relations-Abteilung sorgt für eine koordinierte Kommunikation nach innen und außen. Daraus entstehen authentische Green Stories, die einer Überprüfung durch kritische Stakeholder standhalten. Unternehmen sollten Greenwashing vermeiden. Es birgt die Gefahr eines Verlustes an Glaubwürdigkeit mit langfristiger Wirkung auf Image und Reputation.

Wie steigert man den internen NPS (Net Promoter Score)?[1]

Insbesondere die neueren Formate, die im Rahmen der digitalen Transformation entstehen, bieten die Chance, das Thema Nachhaltigkeit gezielter im Unternehmen zu positionieren, mehr Leute zu erreichen und die Resonanz zu erhöhen. Bspw. wurde im Rahmen von Open Space ein dreimonatiges Experiment durchführt, Energieeffizienz und Barrierefreiheit für die Software-Entwicklung frühzeitig in den Workstreams zu verankern. Die Nachhaltigkeits-Controller haben dies aktiv initiiert.

Aus der Belegschaft hat sich eine eigene Initiative geformt, die GreenCoP (Community of Practice). Dies ist ein Format für einen offenen und unternehmensweiten Erfahrungsaustausch. Im Mittelpunkt stehen grüne Themen. Jeder Mitarbeitende hat die Möglichkeit, sich einzubringen, entweder in seiner Freizeit oder in Absprache mit der Führungskraft in der Arbeitszeit. Das hat wesentlich dazu beigetragen, nachhaltiges Engagement aus der Nische in die betriebliche Öffentlichkeit zu tragen.

Wie kann durch Vernetzen Mehrwert geschaffen werden?

Durch den gemeinsamen Austausch gelingt es, Wissen schneller zu teilen. Es gilt, gemeinsam statt individuell zu lernen und frühzeitig ökologische und soziale Innovationen zu fördern. Für Controllerinnen und Controller ist u. a. der fachliche Austausch zwischen Kollegen anderer Unternehmen wichtig. So engagieren sich die Nachhaltigkeits-Controller bei DATEV im Fachkreis "Green Controlling für Responsible Business" des Internationalen Controller Vereins. Innovationsideen können über das unternehmensinterne Lab[2] auf Machbarkeit gechallenged werden. Vernetzen bringt einen hohen Nutzen und schafft Mehrwert.

[1] Der Net Promoter Score (NPS) ist ein Maß für die Kundenzufriedenheit. Vgl. ControllingWiki, Net Promoter Score.
[2] Vgl. DATEV eG, Kundenbedürfnisse von morgen erforschen.

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