Elektrofahrrad

Zusammenfassung

 

Begriff

Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein Elektrofahrrad unentgeltlich oder verbilligt zur privaten Nutzung zur Verfügung, gehört der hieraus resultierende geldwerte Vorteil zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Für die Bewertung ist zu unterscheiden zwischen:

  • "echten" Fahrrädern und E-Bikes, die verkehrsrechtlich als Fahrrad einzustufen sind (sog. Pedelecs; keine Kennzeichen- bzw. Versicherungspflicht) und
  • E-Bikes, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug gelten (sog. S-Pedelecs; Kennzeichen- bzw. Versicherungspflicht).
 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Bewertung des Sachbezugs aus der verbilligten oder unentgeltlichen Überlassung von E-Bikes und "echten" Fahrrädern regelt § 8 Abs. 2 Satz 10 EStG und die in diesem Zusammenhang ergangenen Gleichlautenden Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 23.11.2012, BStBl 2012 I S. 1224 (vereinfachte Bewertungsmethode) ergänzt durch BMF, Schreiben v. 17.11.2017, IV C 5 – S 2334/12/10002-04, BStBl 2017 I S. 1546. Die Sachbezugsbewertung eines E-Bikes als Kfz erfolgt nach § 8 Abs. 2 Sätze 2-5 EStG (1-%-Regelung). Das Aufladen privater E-Bikes im Betrieb des Arbeitgebers ist steuerfrei nach § 3 Nr. 46 EStG. Für das Aufladen privater E-Bikes, die verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen sind, hat das BMF eine Billigkeitsregelung bekannt gegeben: BMF, Schreiben v. 26.10.2017 - IV C 5 - S 2334/14/10002-06, BStBl 2017 I S. 1439.

Sozialversicherung: Die Überlassung eines (Elektro-)Fahrrads stellt einen sonstigen Sachbezug dar, der nach § 3 SvEV zu beurteilen ist. Die sozialversicherungsrechtliche Behandlung richtet sich grundsätzlich nach der lohnsteuerlichen Behandlung. Soweit hiernach Steuerfreiheit für eine zusätzlich zum Lohn oder Gehalt gewährte Zuwendung des Arbeitgebers besteht, sind diese gem. § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV auch kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Soweit eine Pauschalbesteuerung nach § 40 Abs. 2 EStG in Anspruch genommen wird, ergibt sich die Beitragsfreiheit zur Sozialversicherung für den geldwerten Vorteil aus § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV.

 

Kurzübersicht

 
Entgelt LSt SV
Geldwerter Vorteil aus Überlassung von E-Bikes bis 25 km/h (sog. Pedelecs) pflichtig pflichtig
Geldwerter Vorteil aus Überlassung von E-Bikes als Kfz (sog. S-Pedelecs) pflichtig pflichtig
Aufladen privater E-Bikes bis 25 km/h (Billigkeitsregelung) frei frei
Geldwerter Vorteil aus der Gestellung betrieblicher Ladevorrichtungen frei frei
Geldwerter Vorteil aus der Übereignung von Ladevorrichtungen, wenn pauschal mit 25 % versteuert pflichtig frei

Lohnsteuer

1 Überlassung von E-Bikes bis 25 km/h (sog. Pedelecs)

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein (Elektro-)Fahrrad auch zur privaten Nutzung, ist der geldwerte Vorteil anzusetzen mit monatlich 1 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung (einschließlich Umsatzsteuer) des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Fahrrads. Mit diesem monatlichen 1-%-Durchschnittswert ist die private Nutzung abgegolten, also:

  • alle Privatfahrten,
  • alle Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie
  • alle Heimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung.[1]

Definition Pedelec: E-Bikes ohne Kennzeichen- und Versicherungspflicht

Pedelecs (Pedal Electric Cycle) sind Fahrräder, die nach der StVO mit einem max. 250 Watt starken Motor betrieben werden dürfen, welcher auf 25 km/h begrenzt ist. Für derartige Räder gilt keine Kennzeichen- bzw. Versicherungspflicht.

Dienstrad-Regelung behandelt Fahrräder und Pedelecs gleich

Diese vereinfachte Bewertungsmethode gilt auch für "echte Fahrräder" ohne Elektromotor-Unterstützung.

 

Wichtig

Ausdrücklich keine Anwendung der 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze

Die 44-EUR-Freigrenze für Sachbezüge[2] ist ausdrücklich nicht anzuwenden. Diese gilt nur bei der Bewertung von Sachbezügen mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort.[3]

Barlohnumwandlung zugunsten eines E-Bikes

Eine Entgeltumwandlung wird von der Finanzverwaltung anerkannt, soweit es sich um ein E-Bike handelt, das dem Arbeitgeber gehört und vom Arbeitnehmer ggf. auch privat genutzt werden kann. Oftmals wird in diesen Fällen eine vollständige oder teilweise Übernahme der Leasingraten durch die Arbeitnehmer vereinbart. Voraussetzung ist, dass die Vereinbarung vor Entstehung des Vergütungsanspruchs, d. h. vor der Fälligkeit der Lohnzahlung, abgeschlossen wird.[4]

 

Praxis-Beispiel

Entgeltumwandlung zugunsten eines E-Bikes

Ein Arbeitgeber überlässt seinem Mitarbeiter ein E-Bike sowohl für Privatfahrten als auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers des E-Bikes beträgt 3.000 EUR. Der Mitarbeiter hat somit einen geldwerten Vorteil von 30 EUR (= 3.000 EUR x 1 %) monatlich zu versteuern.

Der Arbeitgeber kann das Bike für eine monatliche Leasingrate von 60 EUR leasen. Der Arbeitnehmer verzichtet unter Änderung seines Arbeitsvertrags auf 60 EUR seines Monatsgehalts i. H. v. 4.000 EUR. Wie hoch ist der steuerliche Vorteil durch die Entgeltumwandlung?

Ergebnis: ...

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