Elektrofahrrad

Zusammenfassung

 

Begriff

Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein Elektrofahrrad unentgeltlich oder verbilligt zur privaten Nutzung zur Verfügung, gehört der hieraus resultierende geldwerte Vorteil zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Für die Bewertung ist zu unterscheiden zwischen:

  • "echten" Fahrrädern und E-Bikes, die verkehrsrechtlich als Fahrrad einzustufen sind (sog. Pedelecs; keine Kennzeichen- bzw. Versicherungspflicht) und
  • E-Bikes, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug gelten (sog. S-Pedelecs; Kennzeichen- bzw. Versicherungspflicht).

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein E-Bike, das verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist, führt dieser Vorgang ab 2019 zu steuerfreiem Arbeitslohn, wenn die Überlassung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt. Erfolgt die Überlassung hingegen im Rahmen einer Barlohnumwandlung, führt sie wie bisher zu steuerpflichtigem Arbeitslohn, für den eine vereinfachte Bewertung greift.

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Elektrofahrrad auch zur privaten Nutzung, das verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzustufen ist, also ein Kennzeichen sowie eine Versicherung für die Zulassung zum Straßenverkehr benötigt, ist die 1-%-Methode anzuwenden.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Bewertung des Sachbezugs aus der verbilligten oder unentgeltlichen Überlassung von E-Bikes und "echten" Fahrrädern regelt § 8 Abs. 2 Satz 10 EStG und die in diesem Zusammenhang ergangenen Gleichlautenden Ländererlasse v. 23.11.2012, BStBl 2012 I S. 1224 (vereinfachte Bewertungsmethode), ergänzt durch BMF, Schreiben v. 17.11.2017, IV C 5 – S 2334/12/10002-04, BStBl 2017 I S. 1546. Die Sachbezugsbewertung eines E-Bikes als Kfz erfolgt nach § 8 Abs. 2 Sätze 2-5 EStG (1-%-Regelung). Das Aufladen privater E-Bikes im Betrieb des Arbeitgebers ist steuerfrei nach § 3 Nr. 46 EStG. Für das Aufladen privater E-Bikes, die verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen sind, hat das BMF eine Billigkeitsregelung bekannt gegeben: BMF, Schreiben v. 26.10.2017, IV C 5 - S 2334/14/10002-06, BStBl 2017 I S. 1439. Ab 2019 führt die Überlassung eines verkehrsrechtlich als Fahrrad einzustufenden Pedelecs zu steuerfreiem Arbeitslohn nach § 3 Nr. 37 EStG.

Sozialversicherung: Die Überlassung eines (Elektro-)Fahrrads stellt einen sonstigen Sachbezug dar, der nach § 3 SvEV zu beurteilen ist. Die sozialversicherungsrechtliche Behandlung richtet sich grundsätzlich nach der lohnsteuerlichen Behandlung. Soweit hiernach Steuerfreiheit für eine zusätzlich zum Lohn oder Gehalt gewährte Zuwendung des Arbeitgebers besteht, sind diese gem. § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV auch kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Soweit eine Pauschalbesteuerung nach § 40 Abs. 2 EStG in Anspruch genommen wird, ergibt sich die Beitragsfreiheit zur Sozialversicherung für den geldwerten Vorteil aus § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV.

 

Kurzübersicht

 
Entgelt LSt SV
Überlassung von E-Bikes bis 25 km/h (sog. Pedelecs) frei frei
Überlassung von E-Bikes bis 25 km/h (sog. Pedelecs), falls Entgeltumwandlung pflichtig pflichtig
Geldwerter Vorteil aus Überlassung von E-Bikes als Kfz (sog. S-Pedelecs) pflichtig pflichtig
Aufladen privater E-Bikes frei frei
Gestellung betrieblicher Ladevorrichtung frei frei
Übereignung von Ladevorrichtung, wenn pauschal mit 25 % versteuert pauschal frei

Lohnsteuer

1 Steuerfreie Überlassung von E-Bikes

Ab 1.1.2019 führt die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vorgenommene Überlassung von kraftfahrzeugrechtlich als Fahrrad einzuordnenden E-Bikes (sog. Pedelecs) zu steuerfreiem Arbeitslohn. Steuerpflichtiger Arbeitslohn liegt hingegen vor, wenn die Überlassung in der Folge einer (Barlohn-)Umwandlung des ohnehin geschuldeten Arbeitslohns erfolgt.

2 Steuerpflichtige Überlassung von E-Bikes

2.1 Überlassung von E-Bikes bis 25 km/h (sog. Pedelecs)

Die Überlassung eines Pedelecs führte bis einschließlich 2018 stets zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Ab 2019 führt die Überlassung eines Pedelecs nur noch in den Fällen einer Barlohnumwandlung zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Insoweit gilt Folgendes:

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein (Elektro-)Fahrrad auch zur privaten Nutzung, ist der geldwerte Vorteil anzusetzen mit monatlich 1 % der auf volle 100 EUR abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung (einschließlich Umsatzsteuer) des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Fahrrads. Mit diesem monatlichen 1-%-Durchschnittswert ist die private Nutzung abgegolten, also:

  • alle Privatfahrten,
  • alle Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie
  • alle Heimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung.

Definition Pedelec: E-Bikes ohne Kennzeichen- und Versicherungspflicht

Pedelecs (Pedal Electric Cycle) sind Fahrräder, die nach der StVO mit einem max. 250 Watt starken Motor betrieben werden dürfen, welcher auf 25 km/h begrenzt ist. Für derartige Räder gilt keine Kennzeichen- bzw. Versicherungspflicht.

Dienstrad-Regelung behandelt Fahrräder und Pedelecs gleich

Diese vereinfachte Bewertungsmethode gilt auch für "echte Fahrräder" ohne Elektromotor-Unterstützung.

 

Wichtig

Ausdrücklich keine Anwendung der 44-EUR-...

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