Betriebssport

Zusammenfassung

 

Begriff

Betriebssport gewinnt in Betrieben als Maßnahme der allgemeinen Gesundheitsförderung immer mehr an Bedeutung. Größere Firmen bieten Sportmöglichkeiten auf arbeitgebereigenen Anlagen an, andere übernehmen die Gebühren für die Anmietung von Tennis- und Golfplätzen oder Fitnessstudios. Die Überlassung betriebseigener Schwimmbäder und Sportplätze ist als Leistung im überwiegend betrieblichen Interesse für den Arbeitnehmer lohnsteuerfrei. Nutzt der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber angemietete Tennis- oder Squashplätze, liegt hingegen grundsätzlich steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Frage, ob die Nutzung betriebseigener Sportanlagen Arbeitslohn ist oder nicht, richtet sich nach § 19 Abs. 1 EStG und § 2 LStDV. Die Überlassung von Tennis- und Squashplätzen als steuerpflichtiger geldwerter Vorteil ist ausdrücklich erwähnt in H 19.3 LStH "Beispiele".

Sozialversicherung: Bei Überlassung von Sportanlagen durch den Arbeitgeber besteht Beitragspflicht als laufendes Arbeitsentgelt nach § 14 SGB IV i. V. m. der Finanzrechtsprechung (BFH, Urteil v. 27.9.1996, VI R 44/96, USK 9645) soweit üblicherweise ein Entgelt zu zahlen ist.

 

Kurzübersicht

 
Entgelt LSt SV
Nutzung betriebseigener Sportanlagen frei frei
Überlassung von angemieteten Sportstätten pflichtig pflichtig
Zuschuss zu Mitgliedsbeiträgen in Sport- oder Fitnessstudios pflichtig pflichtig

Lohnsteuer

1 Steuerfreie Leistungen im überwiegend betrieblichen Interesse

Die unentgeltliche Überlassung einer betriebseigenen Sportanlage durch den Arbeitgeber ist im Allgemeinen eine Leistung im ganz überwiegend betrieblichen Interesse und damit für den Arbeitnehmer kein Arbeitslohn, da das Interesse des Arbeitgebers an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Vordergrund steht und nicht die Bereicherung des Arbeitnehmers. Dies gilt z. B. für die Überlassung betriebseigener Schwimmbäder oder Sportplätze, wenn diese für die gesamte Belegschaft offenstehen.

2 Steuerpflichtige Leistungen mit Entlohnungscharakter

Ist die Nutzung allerdings einzelnen Mitarbeitern vorbehalten, steht die Entlohnung dieser Mitarbeiter im Vordergrund. Die Nutzung führt bei diesen Arbeitnehmern daher zu steuerpflichtigem Arbeitslohn.

Auch bei der Überlassung angemieteter Tennis- und Squashplätze an Arbeitnehmer kann nicht von einem ganz überwiegenden betrieblichen Interesse ausgegangen werden. Die unentgeltliche Nutzung durch den Arbeitnehmer führt zu lohnsteuerpflichtigem Arbeitslohn, unabhängig davon, wie der Arbeitgeber die Nutzung der überlassenen Plätze im Einzelnen organisiert hat.[1] Ähnlich verhält es sich bei der Überlassung von

  • Golfplätzen,
  • Segelbooten und
  • Reitpferden.

Die Höhe dieses geldwerten Vorteils bemisst sich nach dem Betrag, der normalerweise von einem Fremden im täglichen Wirtschaftsverkehr für die Überlassung bezahlt werden müsste. Eine Steuerbefreiung ist allenfalls im Rahmen der 44-EUR-Freigrenze[2] möglich.[3]

3 Steuerfreibetrag für betriebliche Gesundheitsförderung

Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden, bleiben bis zu einem Betrag von 500 EUR jährlich steuerfrei.[1] Die Abgrenzung der unter die Steuerbefreiung fallenden Maßnahmen knüpft der Gesetzgeber an die von den Krankenkassen zu erbringenden Leistungen i. S. d. §§ 20, 20a SGB V.[2]

Sozialversicherung

1 Überlassung betriebseigener Sportstätten

Sofern ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern betriebseigene Sportstätten (z. B. Sportplatz, Fitnessraum, Schwimmbad etc.) unentgeltlich überlässt, geschieht dies beitragsfrei zur Sozialversicherung.[1] Es handelt sich um keinen geldwerten Vorteil für den Arbeitnehmer, weil eher betriebliche Interessen im Vordergrund stehen.

2 Anmietung von Sportstätten

Etwas anderes gilt allerdings bei der unentgeltlichen Überlassung von angemieteten Sportstätten (z. B. Tennisplätze). Hier steht nicht mehr das überwiegend betriebliche Interesse im Vordergrund. Weil sich der Arbeitnehmer hierdurch eigene Aufwendungen erspart, handelt es sich um einen steuer- und sozialversicherungspflichtigen geldwerten Vorteil. Die Höhe des geldwerten Vorteils bemisst sich nach den lohnsteuerrechtlichen Regelungen für Sachbezüge.

 

Achtung

Arbeitgeber schließt Vertrag mit einem Sportverein ab

Ist der Arbeitgeber unmittelbarer Vertragspartner des Sportvereins und trägt die Mitgliedsbeiträge direkt, stellen die vom Arbeitgeber getragenen Beiträge für den Arbeitnehmer einen Sachbezug dar. Die Sachbezugsgrenze von 44 EUR monatlich kann angewendet werden!

3 Kostenübernahme von Mitgliedsbeiträgen

Dem Arbeitnehmer entsteht ein beitragspflichtiger geldwerter Vorteil, wenn der Arbeitgeber die Mitgliedsbeiträge des Arbeitnehmers eines Sportvereins oder Fitnessclubs übernimmt oder bezuschusst. Es handelt sich dabei nicht um Sachbezüge, sondern um Barzuwendungen. Die Höhe des beitragspflichtigen Entgelts bemisst sich nach dem Betrag, den sich der Arbeitnehmer erspart.

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