Aufwandsentschädigung / Sozialversicherung

1 Beitragsrechtliche Bewertung

Aufwandsentschädigungen von privaten Arbeitgebern sind beitragspflichtiges Arbeitsentgelt, soweit sie steuerpflichtig sind.[1] Für Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst sind nur Aufwandsentschädigungen für Verdienstausfall oder Zeitverlust beitragspflichtig.[2]

2 Freibeträge für bestimmte Personengruppen

2.1 Übungsleiter

Aufwandsentschädigungen für nebenberufliche Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder vergleichbare Tätigkeiten sind beitragsfrei, wenn sie jährlich 2.400 EUR (steuerlicher Übungsleiterfreibetrag) nicht übersteigen.[1]

Die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger empfehlen allerdings, dass bei ganzjährig andauernden Beschäftigungen der Betrag als monatliche Aufwandsentschädigung angesetzt wird (jeweils 200 EUR). Dies liegt im Interesse einer kontinuierlichen versicherungsrechtlichen Beurteilung.

 

Wichtig

Unterjährige Aufnahme oder Beendigung einer Beschäftigung

Beginn eine Beschäftigung im Laufe eines Kalenderjahres kann – da der Übungsleiterfreibetrag 2.400 EUR pro Kalenderjahr beträgt – monatlich ein entsprechend höherer Betrag als Aufwandsentschädigung berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass der Steuerfreibetrag zuvor noch nicht ausgeschöpft war. Ein anteilig höherer Betrag pro Monat kann bei Beendigung der Beschäftigung im Laufe eines Kalenderjahres nur angesetzt werden, wenn das Ende der Beschäftigung im Voraus feststeht.[2]

 

Praxis-Beispiel

Versicherungs-/Beitragsfreiheit einer zeitlich begrenzten Übungsleitertätigkeit

Sportlehrer A übernimmt befristet für die Zeit vom 1.4. bis 31.7. im ortsansässigen Sportverein eine Trainertätigkeit. Hierfür erhält er eine monatliche Aufwandsentschädigung von 600 EUR. A übt im gleichen Kalenderjahr keine weiteren Übungsleitertätigkeiten aus.

Die von A neben seiner Hauptbeschäftigung ausgeübte, auf 4 Monate begrenzte Trainertätigkeit im ortsansässigen Sportverein ist versicherungs- und beitragsfrei zur Sozialversicherung, weil die in diesem Zusammenhang erzielte Aufwandsentschädigung den Betrag von 2.400 EUR nicht überschreitet.

2.2 Ehrenamtlich Tätige

Die Aufwandsentschädigung für die Ausübung eines Ehrenamts ist beitragspflichtiges Entgelt in der Höhe, wie sie den tatsächlich zu entschädigenden Aufwand übersteigt.

Für bestimmte nebenberuflich ausgeübte ehrenamtliche Tätigkeiten gilt ein steuerfreier Ehrenamtsfreibetrag in Höhe von 720 EUR im Kalenderjahr nicht als Arbeitsentgelt und ist beitragsfrei zur Sozialversicherung.[1]

Wie bei der Übungsleiterpauschale gilt auch für die Ehrenamtspauschale die Empfehlung, dass bei einer ganzjährigen Ausübung der ehrenamtlichen Tätigkeit pro Monat ein Betrag von 60 EUR angesetzt wird. Bei unterjähriger Aufnahme oder Beendigung der ehrenamtlichen Tätigkeit hingegen kann auch ein entsprechend höherer monatlicher Betrag angesetzt werden, sofern der Steuerfreibetrag zuvor noch nicht ausgeschöpft war.

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