Wie Steuerberater die Chanc... / 2.1 Im System denken

Ob und in welcher Form ein in Deutschland ansässiger Steuerberater gut daran tut, der möglichen Konkurrenz aus der EU entgegenzutreten, hängt von vielen Faktoren ab. Digitale Expertise im Bereich Steuerberatung aufzubauen, weil sie als wichtiges Kundenbedürfnis gesehen wird, liegt nahe.

Es geht bei der Gestaltung des digitalen Wandels nicht allein darum, die Belegerfassung zu digitalisieren oder ein Programm zu installieren, sondern vielmehr darum, eine Weitsicht über die eigene Rolle, die eigenen Arbeitsabläufe und vor allem über die Zusammenarbeit mit Mandanten zu entwickeln. Zu bedenken ist, dass diese wiederum in Geschäftsprozesse externer Parteien wie Finanzamt, Banken und Lieferanten eingebunden sind, die ihrerseits Maßstäbe setzen oder gar Bedingungen festlegen. Genauer sollte das Bild daher von Vernetzung, Schnittstellen, Flexibilität und Datenaustausch geprägt sein – Strukturen, welche die Digitalisierung initiiert und zunehmend zur Norm erhebt. Darüber hinaus gilt es Expertise für Bereiche zu entwickeln, welche die Digitalisierung als Herausforderung bereithält: allen voran Datenschutz und Datensicherheit. Daten müssen verifiziert und sicher online übertragen werden sowie rechts- und GoBD-konform archiviert werden.

Die digitale Welt erfordert neue Qualifikationen. Zum einen müssen neue Know-how-Träger gewonnen werden. Zum anderen gilt es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu qualifizieren und sie aktiv in den Prozess der digitalen Transformation einzubinden. Hierfür Raum und Zeit zu schaffen, ist eine nachhaltige Investition.

Ein mögliches Geschäftsmodell könnte sein, die Dienstleistungsangebote im Bereich steuerliche und betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung auszubauen. Ein anderer Aspekt wäre die Unterstützung von Mandaten, die von der Bundesregierung bereits entwickelten und neu veranlassten gesetzlichen Vorschriften zur Buchhaltung zu erfüllen. Aktuelle Themen und Anforderungen der Mandanten verstehen und im besten Fall wirklich attraktive Lösungen anbieten zu können, ist maßgebend.

Grundlegend für jede erfolgreiche digitale Transformation ist eine solide technische Infrastruktur. Ob diese auf dem Rechner des Steuerberaters aufgespielt ist oder als webbasierte Lösung beim Mandanten daherkommt, oder gar beide unterschiedliche Programme verwenden, ist zweitrangig, solange Schnittstellen vorhanden sind, über die beide in Kontakt treten können und die Daten eine Form behalten – beziehungsweise einfach in die benötigte Form gebracht werden können (Beispiel DATEV) –, mit der Steuerberater und Mandant gut arbeiten können. Dank einer technischen Lösung mit Schnittstellen erhalten beide Parteien ad hoc einen ortsunabhängigen Zugriff auf Belege und Auswertungen.

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