Steuerberatervergütungsvero... / 3.2 Zeitgebühr

Die Zeitgebühr ist zu berechnen, wenn die StBVV dies vorsieht oder wenn keine genügenden Anhaltspunkte für eine Schätzung des Gegenstandswerts vorliegen. Letzteres gilt jedoch nicht für

  • sonstige Einzeltätigkeiten,
  • die Vertretung im außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren,
  • die Vertretung im Verwaltungsvollstreckungsverfahren und
  • Verfahren, auf die das RVG anzuwenden ist.

Bei den Tätigkeiten, für die die StBVV eine Abrechnung nach der Zeitgebühr zulässt, handelt es sich um

  • Arbeiten zur Feststellung des verrechenbaren Verlusts nach § 15 a EStG;
  • Meldungen zur Erfassung von Auslandsbeteiligungen;
  • sonstige Anträge und Meldungen nach dem Einkommensteuergesetz. Es handelt sich insoweit um einen Auffangtatbestand für die durch die StBVV aufgehobenen Tatbestände in § 24 Abs. 4 Nr. 4 und 6 bis 12 StBGebV a. F., der der Vereinfachung und Übersichtlichkeit der StBVV dient und fortwährende Rechtsanpassungen überflüssig macht;
  • die Überwachung und Meldung der Lohnsumme sowie der Behaltensfrist nach § 13 a Abs. 1 i.  V.  m. Abs. 6 Satz 1, Abs. 5 i.  V.  m. Abs. 6 Satz 2 ErbStG;
  • die Berechnung des Begünstigungsgewinns i.  S.  v. § 34 a Abs. 1 Satz 1 EStG (Begünstigung der nicht entnommenen Gewinne);
  • die erheblich über das übliche Maß hinausgehenden Vorarbeiten bei der Ermittlung des Überschusses der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben;
  • die erheblich über das übliche Maß hinausgehenden Vorarbeiten bei der Ermittlung des Überschusses der Einnahmen über die Werbungskosten;
  • die Prüfung von Steuerbescheiden.  Das gilt nach § 2 StBVV sinngemäß auch für Verwaltungsakte, die in "steuerbescheidähnlicher" Form ergehen, wie z. B. Haftungs- oder Duldungsbescheide, verbindliche Auskünfte und Zusagen oder Zinsbescheide;
  • die Teilnahme an Prüfungen, insbesondere an einer Außen- und Zollprüfung, einschließlich der Schlussbesprechung und der Prüfung des Prüfungsberichts, für die Teilnahme an einer Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen oder für die Teilnahme an einer Maßnahme der Steueraufsicht.

    Erhebt der Steuerberater im Anschluss an eine Außenprüfung schriftliche Einwendungen gegen den Prüfungsbericht, erhält er hierfür (zusätzlich) eine Wertgebühr von 5/10 bis 10/10 der Tabelle A. Wird der Bericht allerdings zusammen mit dem Bescheid erteilt und werden Einwendungen im Verfahren gegen den Bescheid, d.  h. im außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren geltend gemacht, ist nur § 40 StBVV einschlägig;

     

    Hinweis

    Verbindliche Zusage

    Ein Antrag des Steuerberaters auf eine verbindliche Zusage ist nach § 23 Abs. 1 Nr. 10 StBVV abzurechnen.

  • die Einrichtung von Buchführungen i. S. d. §§ 33 und 34 StBerG, d. h. der Buchführung und Lohnbuchführung. Diese Gebühr ist nicht pauschalierungsfähig,  da es sich nicht um eine laufend auszuführende Tätigkeit für denselben Auftraggeber handelt. Insbesondere im Fall von Firmenneugründungen können folgende Einzeltätigkeiten im Bereich der Finanzbuchführung anfallen:

      • Beratung bei der Wahl des Buchführungssystems, insbesondere welche steuerlichen Besonderheiten zu berücksichtigen sind;
      • Aufstellung eines betriebsindividuellen Kontenplans;
      • Erfassung der Eröffnungsdaten im Sachkontenbereich und den Verzeichnissen;
      • Anweisung für oder Durchführung der Eröffnungsbuchungen aus einer Eröffnungsbilanz;
      • Darstellung und Erläuterung der allgemeinen Buchführungspflichten nach Steuer- und Handelsrecht;
      • Beratung über die Vorgaben oder Einrichtung von digitalen Voraussetzungen für die Lieferung des Buchführungsmaterials an den Steuerberater;
      • Beratung zur ordnungsgemäßen Führung von Kassenbüchern und Voraussetzungen für den Einsatz elektronischer Registrierkassen;
      • Erfassung aller Stammdaten, die für die Erledigung der Finanzbuchführung erforderlich sind;
      • Einrichtung von Kontokorrentkonten mit entsprechenden Stammdaten;
      • Einrichtung von Inventar- und anderen Verzeichnissen,
      • Erfassung der Eröffnungsdaten im Sachkontenbereich und in den Verzeichnissen.
  • sonstige Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Buchführung und Lohnbuchführung. Sonstige Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Lohnbuchführung sind z. B.

      • Überwachung einer Lohnbuchhaltung, die der Mandant selbst führt;
      • Erstellen der Buchungsunterlagen für den Mandanten, damit dieser selbst die weiteren Tätigkeiten ausführen kann;
      • An- und Abmeldung von Mitarbeitern bei Sozialversicherungen sowie die Berechnung der finanziellen Folgen im Hinblick auf eventuelle Nachzahlungen von Versicherungsbeiträgen;
      • Ermittlung des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld;
      • Ermittlung von Sonderzuschlägen.
  • die Anfertigung oder Berichtigung von Inventurunterlagen und für sonstige Abschlussvorarbeiten;
  • Tätigkeiten im steuerlichen Revisionswesen sowie
  • die Mitwirkung an der Erteilung von Steuerbescheinigungen.

Die Zeitgebühr beträgt 30 bis 70 EUR je angefangene halbe Stunde, die Mittelgebühr damit 50 EUR. Maßgebend für die Bestimmung der konkreten Zeitgebühr sind in erster Linie die Gebührenbestimmungsfaktoren des § 11 StBVV mit Ausnahme des Zeitaufwands, der durch die Anzahl der abzurechnenden Stunden bereits berücksi...

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