Sponsoring, Vertrag zwischen Sponsor und Sportverein

Kurzbeschreibung

Mit dieser Mustervereinbarung können Verein und Sponsor die Fördermittel und -zwecke zugunsten des Vereins und die Gegenleistung für den Sponsor regeln.

1. Vorbemerkung

Sponsoring beinhaltet vor allem die Förderung von Personengruppen und/oder Organisationen im sportlichen, kulturellen und/oder sozialen Bereich mittels Geld-, Sachmitteln oder Dienstleistungen durch Unternehmen. Damit will der Sponsor regelmäßig eigene Ziele erreichen, z.  B. seinen Bekanntheitsgrad steigern, sein Firmenimage verändern/stärken, ein neues Produkt präsentieren, Kontakte mit ausgewählten Zielgruppen schaffen etc.

Dabei verpflichtet sich die gesponserte Organisation ihrerseits im Gegenzug, für das Unternehmen eine Gegenleistung zu erbringen, wie z.  B. Werbeflächen im Vereinshaus zu Verfügung zu stellen, auf der Homepage bzw. in Broschüren der Organisation auf die Zusammenarbeit mit dem Sponsor hinzuweisen, bei Veranstaltungen die Präsenz des Sponsors mit seinen Produkten zu erlauben und damit zu werben.

Sportsponsoring ist der Bereich, auf dem die professionellen Sponsoring-Aktivitäten ihren Anfang nahmen. Im Bereich des Sportsponsorings ist die Kommerzialisierung durch Sponsoring bisher am weitesten fortgeschritten. Sponsoring eignet sich für sehr viele Unternehmer und auch Freiberufler.

2. Wichtige Hinweise

Beim Sponsoring-Vertrag verpflichten sich sowohl der Sponsor als auch der Gesponserte zu einem bestimmten Tun oder Unterlassen, um ihrerseits die Gegenleistung der anderen Partei zu erhalten.

Der Sponsoring-Vertrag ist nicht gesetzlich geregelt. Bei einem Sponsoring-Vertrag handelt es sich um einen atypischen Vertrag. Ein Sponsoring-Vertrag wird erstellt, wenn das Angebot und die Verhandlungen zu einem positiven Abschluss für beide Parteien geführt haben.

Sowohl der Sponsor als auch die zu fördernde Vereinigung müssen sich absichern, um ihre jeweiligen Ziele zu gewährleisten. Der Vertrag sollte die Laufzeit regeln mit etwaigen außerordentlichen Kündigungsrechten, den Ausschluss anderer Sponsoren aus der gleichen Branche, Verwendung der finanziellen Mittel seitens der geförderten Organisation und deren Gegenleistung etc. Letztere ist insbesondere für den Sponsor zwecks Abzugs der Aufwendungen als Betriebsausgabe relevant.

Da es sich beim Sponsoring-Vertrag nicht um eine geregelte bestimmte Vertragsart handelt, sind die beiderseitigen Verpflichtungen und Rechte, insbesondere die Leistungen des Gesponserten möglichst genau zu nennen. Im Falle einer lückenhaften Vereinbarung ist bei Eintritt von Leistungsstörungen und dem Bestehen von Sekundärleistungspflichten, das Recht gesetzlich geregelter Vertragstypen, die ähnlich sind, anzuwenden (z.  B. Dienstvertrag, Geschäftsbesorgungsvertrag). Wie der Vertrag ausgestaltet ist und welches Element durch die Vertragsstörung betroffen ist, ist immer Frage des Einzelfalls, woraus sich dann auch das für die Mängelansprüche geltende Recht ergibt.

2.1 Ertragsteuerliche Folgen beim Sponsoring

Aufwendungen des Sponsors sind Betriebsausgaben, wenn der Sponsor wirtschaftliche Vorteile, die insbesondere in der Sicherung oder Erhöhung seines unternehmerischen Ansehens liegen können, für sein Unternehmen erstrebt oder für Produkte seines Unternehmens werben will. Das ist insbesondere der Fall, wenn der Empfänger der Leistungen auf Plakaten, Veranstaltungshinweisen, in Ausstellungskatalogen, auf den von ihm benutzten Fahrzeugen oder anderen Gegenständen auf das Unternehmen oder auf die Produkte des Sponsors werbewirksam hinweist. Die Berichterstattung in Zeitungen, Rundfunk oder Fernsehen kann einen wirtschaftlichen Vorteil, den der Sponsor für sich anstrebt, begründen, insbesondere wenn sie in seine Öffentlichkeitsarbeit eingebunden ist oder der Sponsor an Pressekonferenzen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen des Empfängers mitwirken und eigene Erklärungen über sein Unternehmen oder seine Produkte abgeben kann.

Die im Zusammenhang mit dem Sponsoring erhaltenen Leistungen können, wenn der Empfänger eine steuerbegünstigte Körperschaft (gemeinnütziger Verein) ist, steuerfreie Einnahmen im ideellen Bereich, steuerfreie Einnahmen aus der Vermögensverwaltung oder steuerpflichtige Einnahmen eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs sein.

Die steuerliche Behandlung der Leistungen beim Empfänger hängt grundsätzlich nicht davon ab, wie die entsprechenden Aufwendungen beim leistenden Unternehmen behandelt werden.

2.2 Umsatzsteuerliche Folgen beim Sponsoring

Geldleistungen des Sponsors

Bei Zahlungen des Sponsors an die steuerbegünstigte Einrichtung handelt es sich regelmäßig um ein Entgelt für eine steuerbare und steuerpflichtige Leistung, wenn konkrete Werbeleistungen (z.  B. Trikotwerbung, Bandenwerbung, Anzeigen, Lautsprecherdurchsagen usw.) vereinbart sind. Von einer Leistung des Zuwendungsempfängers an den Sponsor ist auch auszugehen, wenn dem Sponsor das ausdrückliche Recht eingeräumt wird, die Sponsoring-Maßnahme im Rahmen eigener Werbung zu vermarkten.

Diese Werbeleistungen werden immer (auch bei steuerbegünstigten Einrichtungen) im Rahmen eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs erbracht und unterliegen grundsätzlich dem Regelsteuer...

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