Minijobs, geringfügige Beschäftigung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Monatliche Verdienstgrenze 450 EUR
  • Umlagesätze
  • Mehrere Beschäftigungsverhältnisse
 
Hinweis

Achtung: Auswirkungen der Corona-Pandemie (Ausnahmeregelung)

Im Rahmen geringfügig entlohnter Beschäftigungen ist ein gelegentliches unvorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze unschädlich und führt trotz Überschreitung der jährlichen Entgeltgrenze von 5.400 EUR nicht zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Ein gelegentliches Überschreiten liegt in Anlehnung an die kurzfristige Beschäftigung grundsätzlich bisher bis zu 3 Monaten innerhalb eines Zeitjahres vor. Auch für diese Grenze ist vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 – wie bei den kurzfristigen Beschäftigungen nach § 115 SGB IV – ebenfalls eine Anpassung auf 5 Monate erfolgt.

Bitte beachten Sie, dass dieser Inhalt die normalen Regelungen enthält. Weitere Informationen zur derzeit gültigen Ausnahmeregelung enthält der Beitrag "Corona-Pandemie: Sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen".

1 So kontieren Sie richtig!

 
Praxis-Wegweiser: Das richtige Konto
Kontobezeichnung SKR 03 SKR 04 Eigener Kontenplan Bilanz/GuV-Position
Löhne für Minijobs 4195 6035   Lohn und Gehalt
Pauschale Steuer für Aushilfen 4199 6040   Lohn und Gehalt
Gesetzliche soziale Aufwendungen 4130 6110   Lohn und Gehalt

So kontieren Sie richtig!

Für Minijobber fallen 30 % pauschale Abgaben an (15 % Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung und 2 % pauschale Lohnsteuer). Minijobber sind versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die geringe Differenz von 3,6 % zum allgemeinen Beitragssatz von 18,6 % im Jahr 2021 trägt der Arbeitnehmer. Den Lohnaufwand für Minijobs erfasst der Unternehmer auf dem Konto "Löhne für Minijobs" 4195 (SKR 03) bzw. 6035 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Löhne für Minijobs

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Minijobber ist gesetzlich krankenversichert

Im Jahr 2020 beschäftigt Herr Huber seinen Ehegatten im Rahmen eines Minijobs. Er zahlt ihm einen monatlichen Arbeitslohn von 450 EUR. Die Abrechnung sieht wie folgt aus:

 
Arbeitslohn des Ehegatten 450,00 EUR
pauschale Rentenversicherung 15 % = 67,50 EUR
pauschale Krankenversicherung 13 % = 58,50 EUR
pauschaler Steuerabzug 2 % = 9,00 EUR
Umlage U 1 (1,00 % seit dem 1.10.2020, vorher 0,90 %) 4,50 EUR
Umlage U 2 (0,38 % seit dem 1.10.2020, vorher 0,19 %) 1,71 EUR
Insolvenzgeldumlage 0,12  % 0,54 EUR
Die Gesamtbelastung beträgt 591,75 EUR
 
Arbeitslohn des Ehegatten 450,00 EUR
Arbeitnehmeranteil Rentenversicherung (3,6 %) - 16,20 EUR
Auszahlung an den Ehegatten 433,80 EUR

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag

4195/

6040
Löhne für Minijobs 433,80

1200/

1800
Bank 433,80
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag

4130/

6110
Gesetzliche soziale Aufwendungen 148,95      

4199/

6040
Pauschale Steuer für Aushilfen 9,00

1200/

1800
Bank 157,95

Abb. 1: Wann liegt ein Minijob vor?[1]

Es liegt ein Minijob vor, wenn der regelmäßige Arbeitslohn im Monat nicht mehr als 450 EUR beträgt.[2] Die Dauer der täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Arbeitszeit spielt grundsätzlich keine Rolle. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Mindestlohn nicht unterschritten werden darf.

Übersicht: Pauschale Abgaben bei einem Minijob 2020

 
  Minijobs im betrieblichen Bereich Minijobs in Privathaushalten
monatliche Mindestbeitragsbemessungsgrundlage 175 EUR 175 EUR
Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung (RV) 15 % 5 %
Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung (KV) 13 % 5 %
Pauschale Lohnsteuer*) 2 % 2 %
Aufstockung durch den Arbeitnehmer bis zum vollen Beitragssatz auf 18,6 % 3,6 % 13,6 %
Umlage 1 (U1) bei Krankheit **) 1,0 % 0,9 %
Umlage 2 (U2) für Schwangerschaft/Mutterschaft (seit 1.10.2020) 0,38  % 0,19 %
Insolvenzgeldumlage 0,12 % keine
Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung Individueller Beitrag an den zuständigen Unfallversicherungsträger 1,6 %

*) einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

**) Bei einer Beschäftigungsdauer von mehr als 4 Wochen; dafür kann der Arbeitgeber aber auch Erstattungsansprüche gegenüber der Minijobzentrale geltend machen

3 Auswirkungen durch die Festlegung eines Mindestlohns

Der monatliche Arbeitslohn eines Minijobbers darf 450 EUR nicht übersteigen. Daher ist unbedingt darauf zu achten, dass die Arbeitszeit so festgelegt wird, dass diese, multipliziert mit dem Mindestlohn (für 2020: 9,35 EUR und 2019: 9,19 EUR pro Stunde), nicht zu einer Überschreitung der 450-EUR-Grenze führt. Bereits bestehende Branchenmindestlöhne haben weiterhin Bestand, soweit diese höhere Mindestlöhne als 9,35 EUR je Stunde vorsehen.

Dieser Mindestlohn gilt auch in der Land- und Forstwirtschaft und in der ostdeutschen Bekleidungsindustrie. Seit dem 1.1.2018 gilt insgesamt der allgemeine Mindestlohn (9,35 EUR in 2020). Der Mindestlohn für die Zeit ab dem 1.1.2021 ist wie folgt festgelegt worden:

 
ab dem 1.1. 2021 bis 30.6,2021: 9,50 EUR
ab dem 1.7.2021 bis 31.12.2021: 9,60 EUR
ab dem 1.1.2022 bis 30.6.2022: 9,82 EUR
ab dem 1.7.2022: 10,45 EUR

Arbeitgeber müssen bei allen Minijobs prüf...

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