Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 7i Erhöhte Absetzungen bei Baudenkmalen

Schrifttum:

Franzmeyer-Werbe, Das Abstimmungserfordernis als Voraussetzung der Inanspruchnahme von Steuererleichterungen für Aufwendungen an einem Baudenkmal, DStZ 2001, 507;

Leisner, Der Umfang steuerlicher Bindungswirkung von Denkmalbescheinigungen, NWB F 3, 12109;

Beck, Kumulation von erhöhten Absetzungen nach § 7i Abs 1 S 5 EStG u InvZul bei Erhaltungsmaßnahmen, DStR 2004, 1553;

Büchner/Fritzsch, Steuerliche Förderung von denkmalgeschütztem Eigentum, DStR 2004, 2169;

Ronig, Feststellungsverfahren bei Baudenkmalen, NWB F 3, 13489;

Kleeberg, Das Baudenkmal als Alt- o Neubau – Anmerkungen zum BFH-Urt v 14.01.2004, X R 19/02, FR 2005, 365;

Kaligin, Immobilieninvestitionen unter Inanspruchnahme der erhöhten Absetzungen nach §§ 7h, 7i EStG, DStR 2008, 1763;

Beck, Die Bindungswirkung der Bescheinigung nach § 7i Abs 2 EStG, DStR 2009, 1412;

Marx/Noack, Verhältnis zwischen anschaffungsnahen Aufwendungen nach § 6 Abs 1 Nr 1a S 1 EStG u Aufwendungen nach § 7i Abs 1 S 1, § 11b S 1 EStG, DStR 2013, 173;

Beck, Erhöhte Absetzungen bei der Umnutzung von Gebäuden in einem Sanierungsgebiet, DStR 2015, 158.

Verwaltungsanweisungen:

R 7i EStR 2012.

I. Grundsätzliches, Rechtsentwicklung

 

Rn. 1

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Der durch das WoBauFG (BGBl I 1989, 2408) eingefügte § 7i EStG ersetzt § 82i EStDV aF. § 7i EStG ist anzuwenden:

- Grundsatz: auf Maßnahmen, die nach dem 31.12.1990 abgeschlossen worden sind (§ 52 Abs 12b S 1 EStG aF).
- Ausnahme: soweit AK begünstigt werden (s Rn 12), auch für Maßnahmen, die vor dem 01.01.1991 abgeschlossen worden sind (§ 52 Abs 12b S 2 EStG aF). Die Vorverlagerung des zeitlichen Anwendungsbereichs um ein Jahr gegenüber der ursprünglichen Regelung des WoBauFG beruhte auf dem G zum Vertrag v 18.05.1990 über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- u Sozialunion zwischen der BRD u der DDR (BStBl I 1990, 1998).
 

Rn. 1a

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Sinn u Zweck der Vorschrift ist es, einen steuerlichen Anreiz für privates Kapital zu bieten, kulturhistorisch wertvolle Gebäude (Baudenkmäler) zu erhalten u zu modernisieren (BT-Drucks 11/5680, 1, 9; BFH BStBl II 2003, 582).

 

Rn. 1b

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Art 9 Nr 9a, 9b, Art 29 Abs 1 HBeglG 2004 (v 29.12.2003, BGBl I 2003, 3076) verlängerte – wie bei § 7h EStG (s § 7h Rn 1a) – die Abschreibungsdauer von 10 auf 12 Jahre durch Reduktion der Abschreibungssätze von bislang 10 % in den Jahren 01 – 10 auf 9 % in den Jahren 01 – 08 u 7 % in den Jahren 09 – 12; dies gilt erstmals für Baumaßnahmen, die nach dem 31.12.2003 begonnen wurden. Als "Beginn" gilt dabei (wie sonst auch üblich):

- bei genehmigungspflichtigen Vorhaben der Zeitpunkt, in dem der Bauantrag gestellt wird,
- bei genehmigungsfreien Vorhaben, für die Bauunterlagen einzureichen sind, der Zeitpunkt, in dem diese Bauunterlagen eingereicht werden.
 

Rn. 1c

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Bei baurechtlich genehmigungsfreien, aber denkmalrechtlich genehmigungspflichtigen Vorhaben steht das Einreichen der Antragsunterlagen für die denkmalrechtliche Genehmigung dem Einreichen der Bauunterlagen iSv s Rn 1b gleich (OFD Koblenz v 03.06.2004, DB 2004, 1534, mE zutr).

II. Die Begünstigungsvoraussetzungen

A. Die begünstigten Objekte

 

Rn. 2

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Erhöhte Absetzungen nach § 7i EStG kommen in Betracht für Bauaufwendungen an inl (s § 1 Rn 51 ff, europarechtlich mE bedenklich, wie hier Kratzsch in Frotscher/Geurts, § 7i EStG Rz 17a; Kulosa in Schmidt, § 7i EStG Rz 2)

- Gebäuden (§ 7i Abs 1 S 1 EStG; s § 7 Rn 317 ff (Handzik)), also nicht an Betriebsvorrichtungen o Außenanlagen (Kratzsch in Frotscher/Geurts, § 7i EStG Rz 21; auch s Rn 8)
- Gebäudeteilen, die selbstständige unbewegliche WG sind (§ 7i Abs 3 EStG iVm § 7h Abs 3 EStG; s § 7 Rn 468 ff (Handzik))
- ETW (§ 7i Abs 3 EStG iVm § 7h Abs 3 EStG; s § 7h Rn 11 (2) aE (Handzik) gilt entsprechend; auch s § 7 Rn 474 ff (Handzik))
- im Teileigentum stehenden Räumen (§ 7i Abs 3 iVm § 7h Abs 3 EStG; s § 7 Rn 477 (Handzik)) u
- Gebäudeteilen, die keine selbstständigen unbeweglichen WG sind (§ 7i Abs 1 S 3 u 4 EStG; s § 7 Rn 468 ff (Handzik)).
 

Rn. 3

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Gleichgültig ist, ob das Objekt zum PV o BV gehört, jedoch muss Einkunftserzielungsabsicht vorliegen (vgl BFH BFH/NV 1988, 636; Kulosa in Schmidt, § 7i EStG Rz 1; Kratzsch in Frotscher/Geurts, § 7i EStG Rz 4, 18). Selbstgenutzte (= zu eigenen Wohnzwecken genutzte) Baudenkmäler fördert § 10f EStG durch SA-Abzug. § 10f Abs 1 S 3 EStG regelt die Konkurrenz beider Vorschriften: Für Zeiträume, in denen § 7i EStG (ebenso: § 7h EStG) beansprucht wird, ist nicht zugleich der SA-Abzug nach § 10f EStG möglich (Kumulationsverbot).

 

Rn. 4

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Die vorgenannten Gebäude/Gebäudeteile müssen nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften sein:

- Baudenkmal (§ 7i Abs 1 S 1 EStG) o (nicht: u, Kulosa in Schmidt, § 7i EStG Rz 3)
- Teil einer Gebäudegruppe o Gesamtanlage, die nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften als Einheit geschützt ist (sog Ensembleschutz, § 7i Abs 1 S 4 EStG). Ferner s Rn 10.
 

Rn. 4a

Stand: EL 111 – ET: 08/2015

Im Umkehrschluss ergibt sich: § 7i EStG begünstigt nur das Ba...

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