Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / Schrifttum:

von Wysocki/Schulze-Osterloh, Handbuch des JA in Einzeldarstellungen; Jahrbuch der deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft (14) 1991;

Küting/Weber, Handbuch der Rechnungslegung, Bd Ia 4. Aufl 1995;

Moxter, Bilanzrechtsprechung, 4. Aufl 1996;

Webber-Grellet, Steuerbilanzrecht 1996;

Budde ua, Beck'scher Bilanz-Kommentar, 6. Aufl 2006;

Castan ua, Beck'sches Handbuch der Rechnungslegung;

Adler/Düring/Schmaltz (A/D/S), Rechnungslegung u Prüfung der Unternehmen, 6. Aufl in mehreren Teilbänden;

Küting/Weber, Handbuch der Rechnungslegung – Einzelabschluss, 5. Aufl.

 

Rn. 1

Stand: EL 119 – ET: 12/2016

Gewinn ist die Besteuerungsgrundlage nach § 2 Abs 2 Nr 1 EStG für die Einkünfte aus LuF, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit. Er wird jährlich ermittelt (Abschnittsbesteuerung). Begrifflich umfasst der Gewinn auch eine negative Größe ("Verlust").

 

Rn. 2

Stand: EL 119 – ET: 12/2016

Der Gewinn kann nach verschiedenen Methoden ermittelt werden:

- Bei Einkünften aus LuF kommt uU die Gewinnermittlung nach Durchschnittsätzen zum Tragen (s Erläut zu § 13a (Mitterpleininger)).
- Sofern keine Buchführungspflicht besteht, kann der Gewinn durch eine Gegenüberstellung von BE und BA gem § 4 Abs 3 EStG erfolgen (gilt insb für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit gemäß § 18 EStG).
- Der Gewinn kann durch Vermögensvergleich von LuF oder iRd Einkünfte aus selbstständiger Arbeit ermittelt werden. Er muss ermittelt werden von gewerblichen Unternehmen und LuF, welche vom FA nach § 141 AO hierzu aufgefordert werden.
- Der Gewinn muss von Kaufleuten iSd §§ 1, 2 HGB durch Vermögensvergleich nach § 4 Abs 1 EStG ermittelt werden (§ 5 Abs 1 S 1 EStG), sofern sie (steuerlich) Gewerbetreibende sind.
- Hilfsweise ist die Gewinnermittlung auch durch Schätzung möglich.

Im Mittelpunkt der Besteuerungsrealität und dieser Kommentierung steht dabei die Gewinnermittlungsmethode durch Vermögensvergleich. Sie gilt qualitativ als "höchstwertig", doch soll auch der Idee nach in der sog Totalperiode – der Lebenszeit des Unternehmens – nach allen Methoden dieselbe Gesamtgewinngröße zur Besteuerung führen. Endgültige Steuerausfälle oder Doppelerfassungen sollen entsprechend buchhaltungstechnisch durch den Grundsatz der Bilanzidentität verhindert werden (s Rn 506ff).

 

Rn. 3

Stand: EL 119 – ET: 12/2016

Der Gewinnermittlungszeitraum ist das Kj (§ 2 Abs 7 S 2 EStG). Abweichungen gelten bei Betriebseröffnung, -aufgabe oder -verkauf (§ 8b S 1 EStDV). Außerdem gelten Besonderheiten (§ 4a EStG) für

- Gewerbetreibende mit HR-Eintrag: vom Kj abw Wj möglich;
- Land- und Forstwirte (01.07. – 30.06.).
 

Rn. 4

Stand: EL 119 – ET: 12/2016

Die verschiedenen Gewinnermittlungsarten stehen sich nicht idealtypisch-lupenrein in ihrer Technik gegenüber. So wird etwa bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs 3 EStG (s Rn 1501ff) kein (unmittelbarer) Abzug der AK/HK auf Anlagegüter zugelassen, sondern lediglich eine Abschreibungsverrechnung nach Maßgabe des § 7 EStG; andererseits ist die Teilwertabschreibung bei den Überschussermittlern nicht gestattet. Einem betroffenen StPfl entsteht hierdurch schon deswegen kein Nachteil, weil er jederzeit auf die höherwertige Gewinnermittlungsart des Vermögensvergleichs zurückkommen kann. Allerdings ist dann bei dem Übergang von einer Gewinnermittlungsart zur anderen eine Übergangsrechnung durch Vornahme von Zu- und Abrechnungen durchzuführen (R 4.6 EStR 2012).

Wichtig für die übereinstimmende Ermittlung des Totalgewinns bei allen Gewinnermittlungsmethoden ist eine einheitliche Auslegung der zentralen Vorschriften des § 4 EStG (Schmidt/Heinicke, § 4 EStG Rz 19ff, 26. Aufl). Dies gilt insb für "Betrieb", BA, BE, Entnahmen und Einlagen. Entscheidend ist die einheitliche Abgrenzung von betrieblicher und privater Veranlassung.

 

Rn. 5

Stand: EL 76 – ET: 11/2007

Die "Arithmetik" der Gewinnermittlung nach § 4 Abs 1 EStG ist denkbar einfach:

 
BV am Ende des Wj (oder Aufgabe/Verkauf)   +
BV am Anfang des Wj (oder Eröffnung)   ./.
Entnahmen   +
Einlagen    ./. 
Gewinn (Verlust) = x 

Der zwischenperiodischen Verknüpfung dient der Grundsatz der Bilanzidentität (s Rn 507). Eine GuV-Rechnung wird in systematischer Betrachtung zur Gewinnermittlung nicht benötigt (s Rn 11).

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